US-Zölle gegen die Schweiz
USA erheben Zusatzzoll von 12,5 Prozent auf Schweizer Importe
Seit Freitagmorgen 06.01 Uhr gilt für Schweizer Importe in die USA grundsätzlich ein Aufschlag von 12,5 Prozent. Das Weisse Haus hatte in der Nacht auf Freitag neue Zölle von 10 bis 12,5 Prozent gegen rund sechzig Handelspartner angekündigt. Den betroffenen Ländern wird vorgeworfen, nicht ausreichend gegen Zwangsarbeit vorzugehen. Die EU, das Vereinigte Königreich und Kanada unterliegen grundsätzlich einem Aufschlag von zehn Prozent.
Im Zollstreit zwischen den USA und der Schweiz hat ein neues Kapitel begonnen. Der Gesamtzoll auf Schweizer Importe in die USA wird auf mindestens 12,5 Prozent angehoben, wobei laut dem Schweizer Wirtschaftsdepartement (WBF) bestehende Meistbegünstigungszölle angerechnet werden. Weil der Zusatzzoll vielerorts auf den Meistbegünstigungszoll aufgeschlagen wird, ist die Schweiz besser gestellt als zahlreiche andere Länder, gleichzeitig aber schlechter als etwa die Europäische Union, das Vereinigte Königreich oder Kanada.
Der Direktor der schweizerisch-amerikanischen Handelskammer, Rahul Sahgal, führte diesen Unterschied auf eine spezifische Gesetzgebung gegen Zwangsarbeit zurück, die in der EU gelte, in der Schweiz aber fehle. Ein solches Gesetz wünschten sich viele Schweizer Unternehmen wegen drohender Zusatzkosten nicht, sagte Sahgal im Westschweizer Radio RTS.
Von den neuen Zöllen ausgenommen sind laut den USA unter anderem Produkte, die bereits bestimmten anderen Zöllen unterliegen, etwa Stahl und Aluminium. Auch Öl und Gas seien nicht betroffen, sagte ein hochrangiger US-Beamter der Deutschen Presse-Agentur; weitere Ausnahmen gibt es für Waren, die zuvor bereits auf ein Schiff geladen wurden.
Kernfakten
- Zusatzzoll von 12,5 Prozent auf Schweizer Importe, gültig seit Freitag 06.01 Uhr
- Neue US-Zölle von 10 bis 12,5 Prozent gegen rund sechzig Handelspartner
- EU, Vereinigtes Königreich und Kanada: grundsätzlich zehn Prozent Aufschlag
- Ausnahmen unter anderem für Stahl, Aluminium sowie Öl und Gas
Quellen auf nau.ch
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