Raketenangriff bei Kiew
Ukraine nimmt Organisator der angegriffenen Veranstaltung fest
Nach dem tödlichen russischen Angriff auf eine Veranstaltung im Kiewer Umland ist der Hauptorganisator festgenommen worden. Er wird laut Generalstaatsanwalt Ruslan Krawtschenko der Fahrlässigkeit im Amt verdächtigt, die zum Tod von Menschen geführt habe. Bei dem Raketenangriff am Freitagmittag westlich von Kiew starben zehn Menschen, rund 100 wurden verletzt. Hinter dem Angriff stecke Russland, sagte Krawtschenko.
Die ukrainischen Behörden haben nach dem russischen Angriff auf eine Veranstaltung mit einer geplanten Waffenausstellung im Kiewer Umland den Hauptorganisator festgenommen. Generalstaatsanwalt Ruslan Krawtschenko erklärte bei Telegram, dem Mann sei mitgeteilt worden, dass er der Fahrlässigkeit im Amt verdächtigt werde, die zum Tod von Menschen geführt habe. Verantwortlich für den Angriff sei Russland, es würden aber Umstände geprüft, die das Ausmass der Tragödie vergrössert haben könnten.
Nach Angaben der Ermittler hatte einer der Waffenverbände die grosse Veranstaltung ohne Abstimmung mit den zuständigen Behörden organisiert. Teil nahmen Militärangehörige, Vertreter staatlicher Stellen, internationale Partner und Wirtschaftsvertreter; auf dem Programm stand auch eine Vorführung von Flugabwehrsystemen. Mehr als 300 Menschen seien zu dem Anlass im Freien eingeladen worden, der nächstgelegene Schutzraum sei etwa 100 Meter entfernt und nur 34 Quadratmeter gross gewesen. Damit seien Hunderte Menschen von Anfang an einem «offensichtlichen Sicherheitsrisiko» ausgesetzt gewesen, teilte Krawtschenko mit.
Die Einladungen seien neun Tage vor dem Ereignis verschickt worden, der genaue Ort sei einen Tag vorher mitgeteilt worden. Geprüft werde, ob dies dazu beigetragen haben könnte, dass Russland einen gezielten Angriff vorbereiten konnte. Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als vier Jahren mit westlicher Hilfe gegen eine russische Invasion.
Kernfakten
- Zehn Todesopfer und etwa 100 Verletzte beim Raketenangriff am Freitagmittag westlich von Kiew
- Mehr als 300 Eingeladene bei der Veranstaltung im Freien
- Nächstgelegener Schutzraum: rund 100 Meter entfernt, 34 Quadratmeter gross
- Ermittlungen wegen Fahrlässigkeit im Amt gegen den Hauptorganisator
Quellen auf nau.ch
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