Proteste in Albanien
Albanische Studierende protestieren weiter gegen die Regierung
Seit Dienstag protestieren Studierende in Albanien gegen Missstände im Hochschulwesen und gegen die Regierung.
26 Beiträge in der Diskussion 19 heute · 23 StimmenProteste gehen weiter
Am Donnerstag gingen die Proteste der albanischen Studierenden weiter und hinterliessen eine Schneise der Zerstörung in Tirana und weiteren Städten.
In der Kritik steht auch die Polizei, die mit Tränengas und Schlagstöcken vorging.
Büro des Premiers verwüstet
Die Demonstranten drangen in das Büro von Premierminister Edi Rama ein und verwüsteten es.
Zahlreiche Gebäude und Geschäfte wurden in Brand gesetzt, Polizisten wurden angegriffen.
Wie verschiedene albanische Medien berichten, endeten die Proteste am Donnerstag gegen 21 Uhr.
Dabei wurden Dutzende Demonstranten und Polizisten verletzt.
Rama lehnt Rücktritt ab
Rama lehnt den Rücktritt gegenüber «Reuters» ab: «Regierungen werden durch demokratische Wahlen geändert, nicht durch Revolutionen.»
Bardhi kritisiert Behandlung Festgenommener
Nach der Auflösung der Demonstration patrouillierten Polizisten auf den Strassen und verfolgten junge Menschen, die sie verdächtigten, Teil der Proteste zu sein.
Gazment Bardhi von der Demokratischen Partei prangerte am späten Abend die Behandlung der festgenommenen Personen an.
Er teilte ein Video, auf dem festgenommene Demonstranten am Boden liegen, teils blutend, teils gefesselt.
Einige sollen minderjährig sein.
Bardhi schreibt: «Das ist unmenschliche Behandlung und ein schweres Verbrechen.»
Aus der DiskussionDort herrscht halt keine Kuscheljustiz wie hier..User #2129 6 mal zugestimmt Mitreden
Rama sieht Opposition am Werk
Ministerpräsident Edi Rama bezeichnete die Proteste als Werk der Opposition, die verhindern wolle, dass Albanien ein Beitritt in die EU gelinge.
Parlament vertagt Sitzung
Das Parlament in Tirana vertagte wegen der Gewalt eine für Donnerstag geplante Plenarsitzung auf kommende Woche.
Die Ausschreitungen weiteten sich am Donnerstag auf drei weitere Städte aus.
Forderungen der Studierenden
Die Proteste richteten sich zunächst gegen schlechte Studienbedingungen, hohe Ausbildungskosten und fehlende berufliche Perspektiven.
Mehrere Hundert Menschen demonstrierten am Dienstagnachmittag zunächst friedlich vor dem Bildungsministerium.
Später warfen Demonstranten Ziegel und Steinplatten, Geschäfte und Banken wurden beschädigt und der Sitz der Stadtverwaltung gestürmt.
Die Polizei setzte Wasserwerfer, Tränengas und Schlagstöcke ein.
Nach Medienberichten vom Morgen waren 40 Personen abgeführt worden, 13 Menschen, darunter 6 Polizisten, wurden verletzt.