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Drohnenanschlag Flughafen Leipzig

Putin nennt deutsche Sanktionen einen «schweren Fehler»

Publiziert 25.08.2026, 07:29 Uhr Aktualisiert 02.09.2026, 07:17 Uhr

Nach dem gescheiterten Angriff mit einer Sprengstoff-Drohne am Flughafen Leipzig/Halle machte die Bundesregierung Moskau verantwortlich und kündigte Vergeltungsmassnahmen an.

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Putin fordert Beweise

Die Spannungen zwischen Berlin und Moskau haben sich nach dem gescheiterten Angriff mit einer Sprengstoff-Drohne am Flughafen Leipzig/Halle deutlich verschärft.

Putin warf der Regierung von Bundeskanzler Friedrich Merz ein innenpolitisch motiviertes Manöver in Wahlkampfzeiten vor.

«Wo sind die Beweise?», fragte der Kremlchef auf einer Pressekonferenz im kirgisischen Bischkek.

Das Aussenministerium in Moskau kündigte Gegenmassnahmen an.

Berlin sieht Russland verantwortlich

Die Bundesregierung ist zu dem Schluss gekommen, dass Russland den hybriden Angriff in Leipzig vom 4. August zu verantworten hat, sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt bei einem gemeinsamen Statement mit Aussenminister Johann Wadephul in Berlin.

Eine mit Sprengstoff und einem Zündmechanismus präparierte Drohne war am Abend des 4. August im Sicherheitsbereich des Flughafens Leipzig/Halle zwischen ukrainischen Frachtmaschinen entdeckt worden.

«Wir befinden uns nicht im Krieg, aber wir sind tägliches Ziel hybrider Kriegsführung», beschrieb Dobrindt die Lage.

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Bündel von Vergeltungsmassnahmen

Die Bundesregierung kündigte ein Bündel von Vergeltungsmassnahmen an.

Dazu zählen die Schliessung des russischen Generalkonsulats in Bonn zum 18. September und die Kündigung des Vertrags über das Russische Haus in Berlin, das im Verdacht steht, zu Spionagezwecken genutzt zu werden.

Hinzu kommen verschärfte Einreisekontrollen für russische Staatsangehörige, ein härteres Vorgehen gegen die russische Schattenflotte, weitere Personen auf EU-Sanktionslisten sowie Massnahmen im nachrichtendienstlichen Bereich.

Wadephul ordnete die Einbestellung des russischen Botschafters an.

Nato und EU beraten

Deutschland will den Vorfall im Nato-Rat und beim EU-Aussenministertreffen thematisieren.

Beim EU-Aussenministertreffen in Irland werden erste Beratungen zu einer möglichen europäischen Reaktion erwartet.

Im Nato-Rat, dem die Nato-Botschafter der Mitgliedstaaten angehören, soll es eine Aussprache über die wachsende hybride Bedrohung durch Russland geben.

Artikel 4 des Nato-Vertrags, der Beratungen bei einer Gefährdung von aussen vorsieht, will die Bundesregierung aber nicht ziehen.

Der Artikel wurde seit Gründung des Bündnisses 1949 nur neun Mal in Anspruch genommen, darunter dreimal seit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, aber nie von Deutschland.

Aus der Diskussion
Was machen eigentlich die Ermittlungsergebnisse zu Nordstream, immer noch Verschlusssache in Berlin? Ja, warum eigentlich?
User #5947 31 mal zugestimmt Mitreden

Ukraine und Balten solidarisch

Die Ukraine bewertete die deutschen Massnahmen positiv.

«Ich begrüsse die entschlossene Reaktion Deutschlands auf den russischen Angriff in Leipzig», schrieb der ukrainische Botschafter in Deutschland, Oleksii Makeiev, auf der Plattform X.

Estland sieht in dem Vorfall eine Bedrohung für ganz Europa.

Aussenminister Margus Tshakna erklärte, Russland sei bereit, Attacken mit möglichen Opfern auf europäischem Boden durchzuführen.

Regierungschef Kristen Michal verurteilte den Akt aufs Schärfste.

Auch Lettland und Litauen bekundeten ihre Solidarität mit Deutschland.

Recherche Keystone-SDA, Riccardo Schmidlin 15 Quellen
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