Konflikt um Strasse von Hormus
USA und Iran ringen mit Angriffen um die Strasse von Hormus
Am Persischen Golf war der Konflikt am Wochenende erstmals seit Wochen mit gegenseitigen Angriffen wieder militärisch eskaliert.
1’633 Beiträge in der Diskussion 133 heute · 811 StimmenGegenseitige Angriffe treiben Ölpreise
Die USA und der Iran haben sich im Kampf um die Kontrolle über die Strasse von Hormus erneut gegenseitig angegriffen und damit die Ölpreise weiter nach oben getrieben.
Das US-Militär attackierte nach eigenen Angaben in der Nacht Luftabwehrstellungen und Radarsysteme der iranischen Revolutionsgarden sowie Gerät zum Verlegen von Seeminen.
Der Iran reagierte mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Jordanien, Kuwait und Bahrain.
Diese Staaten sind mit Washington verbündet und beherbergen US-Militärstützpunkte.
Trump nennt Gründe für Angriffe
US-Präsident Donald Trump bezeichnete die «grossen und gewaltigen» Angriffe des eigenen Militärs als Vergeltung für den gescheiterten Versuch der Iraner, Seeminen in der Strasse von Hormus zu verlegen.
Auch reagiere man damit auf den jüngsten iranischen Raketenbeschuss auf Stützpunkte des Militärs in Jordanien, die erfolgreich abgewehrt worden seien.
Das US-Militär selbst nannte als weiteren Grund iranische Attacken auf Handelsschiffe in der für den globalen Öl- und Gashandel wichtigen Meerenge.
Trump droht Iran offen
Trump warnte den Iran vor weiteren Angriffen gegen die USA.
«Sollte die gescheiterte Nation Iran auf diesen völlig gerechtfertigten Angriff reagieren, wird sie erneut noch viel härter und in grösserem Umfang getroffen werden», drohte er.
Gleichzeitig betonte Trump, dass ein solcher Angriff nicht «der grösste Angriff von allen sein» würde.
Bereits zuvor hatte Trump den Iran als «gescheiterte Nation» bezeichnet, die «tot» sei, und forderte, das Land wegen der toten Demonstrierenden anzuklagen.
Revolutionsgarden melden zivile Opfer
In einer Erklärung der iranischen Revolutionsgarden hiess es, die USA hätten mehrere Orte bombardiert, darunter auch zivile Gebiete.
So sei eine Hochzeitsfeier im Raum Sirik angegriffen worden.
Dabei seien vier Menschen getötet worden, darunter ein kleines Kind.
Laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim wurden zudem 63 Menschen verletzt, darunter 50 Frauen und Kinder.
Die Angaben liessen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.
Iranische Staatsmedien berichteten über Explosionen in mehreren Regionen des Landes.
Aus der DiskussionDie Golfstaaten sollen alle US Stützpunkte zum verlassen auffordernUser #1605 36 mal zugestimmt Mitreden
Iran kündigt harte Vergeltung an
Der Generalstab der iranischen Streitkräfte und das militärische Hauptquartier Chatam al-Anbija teilten mit, dem Feind würden vernichtende Schläge versetzt; je mehr Chaos die USA in der Region anrichteten, desto schwerere Verluste würden sie erleiden.
Auch die Revolutionsgarden drohten den USA eine harte Bestrafung an.
Das zentrale Hauptquartier Chatam al-Anbija übernimmt in Kriegszeiten das Kommando im iranischen Generalstab.
Erste Angriffe seit Ende Juli
In der Nacht auf den 31. August hatten US-Streitkräfte erstmals seit Ende Juli wieder Ziele im Iran angegriffen.
Das für die Region zuständige US-Militärkommando Centcom informierte über «begrenzte, gezielte Massnahmen» gegen Minenlege-Einheiten der iranischen Revolutionsgarden.
Die USA nahmen dabei laut Berichten zwei Raketenabschussrampen auf der Insel Larak ins Visier, die nahe der Meerenge liegt.
Der Iran reagierte mit Beschuss auf zwei Stützpunkte des US-Militärs in Jordanien; die Raketen wurden laut jordanischen Angaben abgefangen.
Teheran verurteilt Angriffe auf Larak
Irans Aussenministerium verurteilte die nächtlichen US-Angriffe und erklärte, bei den Luftangriffen auf die Insel Larak seien mehrere Angehörige der eigenen Streitkräfte getötet worden.
Irans Streitkräfte haben eigenen Angaben zufolge landesweit Flugabwehreinheiten an mehr als 3800 Orten stationiert.
Nach Angaben eines iranischen Generals wurden bei den militärischen Konflikten mit den USA und Israel seit Oktober 2024 rund 160 Soldaten der Flugabwehr getötet.