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Pest-Verdacht in Irkutsk

Nach Tod von Laborantin trauen Russen den Behörden nicht

Publiziert 03.10.2026, 17:00 Uhr Aktualisiert 09.10.2026, 21:07 Uhr

Nach dem Tod einer 28-jährigen Laborantin des Anti-Pest-Instituts im sibirischen Irkutsk fordern die WHO und die USA von Russland Aufklärung.

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Behörde nennt Lungenentzündung unbekannter Herkunft

Zum Tod der 28-jährigen Laborantin des Anti-Pest-Instituts in Irkutsk ist die Informationslage gering.

Im Zentrum steht die Frage, ob die Frau an Lungenpest starb.

Die russische Gesundheits- und Verbraucherschutzbehörde Rospotrebnadzor nennt als Todesursache eine Lungenentzündung «unbekannter Herkunft».

Rospotrebnadzor verneint Laborunfall

Den Verdacht, dass der Tod mit der Arbeit der Frau zu tun hat, spielte die Behörde herunter.

Trotzdem wurden Kontaktpersonen sofort isoliert und kontrolliert.

Gesundheitsbeeinträchtigungen im Zusammenhang mit Infektionskrankheiten seien keine festgestellt worden, es gebe daher auch kein Seuchenrisiko.

Nach Angaben von Rospotrebnadzor ergaben Untersuchungen, dass es keinen Laborunfall in dem Institut gab.

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WHO fragt nach zweitem Todesfall

Am Mittwoch bat die WHO Russland um Informationen wegen eines möglichen zweiten Todesfalls durch Lungenentzündung.

Dieser kam via Medienbericht ans Licht.

Anwohner misstrauen den Angaben

Auch die Anwohnerinnen und Anwohner aus der Region erhalten offenbar nicht mehr Informationen als das Ausland.

Es fühle sich alles an, «als wäre nichts geschehen», sagt eine Frau aus dem Ort Schelechow zu CNN.

Ihr Freund, der als Apotheker arbeitet, habe aber erzählt, dass viele Leute Antibiotika gekauft hätten.

Die meisten Leute, die sie kenne, würden den Behördenangaben nicht trauen.

Ansturm auf Antibiotika in Irkutsk

Von einem Ansturm auf Präventionsmittel spricht eine Apothekerin in Irkutsk.

Am Samstag seien «Masken, Desinfektionsmittel und Tetracyclin-Antibiotika» besonders gefragt gewesen.

Mittlerweile herrsche «keine Panik mehr», die habe nur einen Tag gedauert.

Darja S. nach mutmasslichem Laborunfall

Die Laborantin Darja S. starb in der Nacht auf den 2. Oktober im Kreisspital von Schelechow, rund 20 Kilometer von Irkutsk entfernt.

Zuvor war sie nach mehreren Angaben künstlich beatmet worden.

Medienberichten zufolge könnte sie sich am 25. September bei einem Laborunfall infiziert haben, als ein Reagenzglas mit dem Erreger zerbrach.

Der Gouverneur der benachbarten Teilrepublik Burjatien brachte die Pest als Ursache ins Gespräch und bestätigte später, dass die Frau an der Infektionskrankheit gestorben sei.

Rund 200 Kontaktpersonen unter Beobachtung

Rund 200 Menschen, die möglicherweise Kontakt zu der Frau hatten, kamen in Isolation oder unter medizinische Beobachtung.

Nach Bekanntwerden des Falls wurde der stationäre Bereich des Spitals unter Quarantäne gestellt, in mehreren Abteilungen wurden vorübergehend keine Patienten mehr aufgenommen oder entlassen.

Aus der Diskussion
Es hiess ja bei Tschernobyl auch dass nichts passiert sei
User #3892 27 mal zugestimmt Mitreden

Fieberkontrollen und Reaktion aus Washington

Russland verschärfte offenbar die Kontrollen bei Reisenden aus Sibirien.

Laut dem Nachrichtenportal «Visegrad 24» werden Flugpassagiere aus Irkutsk in Moskau obligatorisch auf Fieber geprüft, eine offizielle Bestätigung aus Moskau lag dafür nicht vor.

Das Weisse Haus überwache den Ausbruch und prüfe Optionen, sagte ein Regierungsbeamter laut dem US-Portal «Axios».

Recherche Keystone-SDA, Laurin Zaugg, Nicola Wittwer und 2 weitere 5 Quellen
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