Pest-Verdacht in Irkutsk
Kreml weist Pestberichte aus Sibirien grösstenteils zurück
Nach dem Tod einer 28-jährigen Laborantin in Irkutsk verlangen WHO und USA Auskunft über einen möglichen Pestfall in Sibirien.
148 Beiträge in der Diskussion 4 heute · 109 StimmenBehörde sieht kein Epidemierisiko
Die Gesundheitsaufsicht Rospotrebnadzor sieht nach eigenen Angaben kein epidemisches Risiko nach dem Tod der 28-jährigen Mitarbeiterin des Instituts in Irkutsk.
Die Verstorbene sei geimpft und gegen die Erreger im Labor immun gewesen.
Fast 5000 Labortests hätten keine gefährlichen Krankheitserreger nachgewiesen, mehr als 90 Prozent der Kontaktpersonen hätten die Überwachung abgeschlossen.
Peskow nennt Berichte falsch
Kremlsprecher Dmitri Peskow bezeichnete den Grossteil der Medienberichte über den Fall in Sibirien als falsch.
Die Bevölkerung solle sich ausschliesslich auf die offiziellen Mitteilungen der Gesundheitsaufsicht Rospotrebnadzor stützen, forderte er am Mittwoch vor Journalisten.
WHO und USA fordern Auskunft
WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus forderte am Mittwoch Klarheit über einen zweiten Mitarbeiter mit einer Lungenentzündung ungeklärter Ursache.
Auch die USA und die EU verlangten Aufklärung, die EU-Kommission forderte zeitnahe und transparente Berichte aus Russland.
Ein Sprecher des US-Aussenministeriums erklärte, man habe die russische Regierung offiziell um weitere Informationen gebeten.
Harvard-Professor äussert Zweifel
Joseph Allen, Medizinprofessor an der Universität Harvard, sagte, es wirke, «als hätten sie etwas zu verbergen».
Die WHO stuft die Gefahr in Irkutsk bislang als moderat bis niedrig ein, allerdings nur auf Basis russischer Angaben.
WHO-Experte Abdirahman Mahamud betonte in Genf, man habe noch keinen vollständigen Überblick über die Situation und könne keine umfassende Risikobewertung durchführen.
Aus der DiskussionDer zweite Patient mit Lungenpest! Aber alles in Ordnung angeblich.User #5408 25 mal zugestimmt Mitreden
Trump kündigt Telefonat mit Putin
US-Präsident Donald Trump kündigte ein Telefonat mit Wladimir Putin an, das in Kürze stattfinden soll.
Nach Angaben des Kremls ist ein Termin für das Gespräch offen; Moskau und Washington hätten sich noch nicht auf ein Telefongespräch geeinigt, sagte Peskow der Nachrichtenagentur Tass.
Seit Jahresbeginn gab es laut Kreml fünf Telefonate der beiden Präsidenten, das bislang letzte am 8. September.
Tod der Laborantin in Schelechow
Die 28-jährige Laborantin arbeitete am Institut zur Bekämpfung von Pestkrankheiten und starb am Freitag im Spital der Stadt Schelechow bei Irkutsk.
Als Todesursache nannten die russischen Behörden eine Lungenentzündung unbekannter Herkunft; eine Pestinfektion wurde zurückgewiesen.
Lokale Medien berichteten von einem möglichen Laborunfall, bei dem der Mitarbeiterin ein Röhrchen mit dem Pesterreger Yersinia pestis zerbrochen sein soll.
Rospotrebnadzor dementierte sowohl einen Unfall als auch eine Pestinfektion.
Moskau dämpft Epidemiebefürchtungen
Bereits zuvor hatte sich Rospotrebnadzor bemüht, Befürchtungen wegen einer möglichen Epidemie zu dämpfen.
Die Gesundheits- und Epidemielage im Gebiet Irkutsk sowie in den Städten Irkutsk und Schelechow sei ruhig, teilte die Behörde mit.
Eine im Internet kursierende Meldung über Anti-Seuchen-Massnahmen und strenge Beschränkungen sei falsch.