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Schulproteste in Frankreich

Frankreich setzt 3000 Vertretungslehrer ein

Publiziert 28.09.2026, 20:34 Uhr Aktualisiert 09.10.2026, 10:12 Uhr

Seit knapp zwei Wochen demonstrieren Schülerinnen und Schüler in Frankreich für eine bessere Ausstattung der Gymnasien und mehr Vertretungslehrer.

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3000 Vertretungslehrer angekündigt

Frankreich reagiert auf die anhaltenden Schulproteste mit dem kurzfristigen Einsatz von über 3000 Vertretungslehrern.

Ein Aktionsplan von Bildungsminister Édouard Geffray sieht deren Verwendung an den 114 Gymnasien vor, wo der Lehrermangel am drängendsten ist.

Wie der Bildungsminister in den Abendnachrichten des Senders TF1 sagte, sollten die zusätzlichen Lehrkräfte zwischen diesem Freitag und kommendem Dienstag ihre Arbeit antreten.

Zusätzliches Geld in Aussicht

Wie Lecornu ausserdem ankündigte, soll die Einstellung von mehreren Hundert zusätzlichen Mitarbeitern den Bedarf an den Schulen decken.

Nach den Herbstferien sollen mehr kurzfristige Vertretungen durch bereits an den Schulen tätige Lehrkräfte möglich werden.

Der Premier stellte auch zusätzliches Geld in Aussicht: Die Regierung werde Änderungsanträge zum Haushalt 2027 einbringen, um bestimmte Vorschläge der Gymnasiasten in konkrete Massnahmen umzusetzen, insbesondere im Bereich der Vertretungslehrer.

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Regierung geht auf Forderungen ein

Mit ihren Ankündigungen geht die Regierung erstmals konkret auf die Forderungen der Schüler ein, die seit knapp zwei Wochen für eine bessere Ausstattung der Gymnasien, mehr Vertretungslehrer und Investitionen in das Bildungswesen demonstrieren.

Dem Protest haben sich inzwischen auch Studierende angeschlossen.

Für die kommenden Tage waren weitere Proteste angekündigt.

71'500 Menschen am Donnerstag

Am Donnerstag beteiligten sich nach Angaben des Innenministeriums 71'500 Menschen an erneuten Demonstrationen.

Alleine in Paris gingen demnach 24'500 Menschen auf die Strassen, an Protest- und Blockadeaktionen direkt an Schulen beteiligten sich landesweit 55'000 Menschen.

Zumeist verliefen die Demonstrationszüge und Blockaden friedlich, dennoch kam es zu 504 Festnahmen, 48 Polizisten wurden verletzt.

Aus der Diskussion
Das sind keine Schüler, das sind Linksextreme welche die Proteste für ihre Zwecke missbrauchen
User #3892 33 mal zugestimmt Mitreden

Weniger Schulen blockiert

Zuvor war die Zahl der blockierten Schulen zurückgegangen.

Am Morgen des 8. Oktober waren nach vorläufigen Zahlen 224 Einrichtungen vollständig und 151 teilweise geschlossen, rund 30 Prozent weniger betroffene Schulen als noch am Mittwoch.

Am Dienstag hatte das Innenministerium landesweit rund 256'000 Demonstrierende gezählt, davon 56'000 in Paris.

Die organisierenden Schüler- und Studierendenverbände sprachen dagegen von rund 450'000 Teilnehmenden.

Macron berät mit Ministern

Präsident Emmanuel Macron hatte sich zunächst nicht in den Umgang mit den Protesten eingeschaltet, die vor einer Woche begonnen hatten, und beriet am Dienstagabend mit Premierminister Lecornu und mehreren Ministern über die Lage.

Die Proteste sorgten vor allem aus zwei Gründen für Aufsehen: Am Rande der Demonstrationen kam es mehrfach zu Zusammenstössen mit der Polizei und zu Gewalt, und die Regierung tat sich schwer damit, den Protest einzufangen.

Vorwürfe der Polizeigewalt

Im Verlauf der Proteste gab es Vorwürfe unangemessener Polizeigewalt.

Innenminister Laurent Nuñez kündigte an, dass der Einsatz von Blendgranaten durch die Polizeikräfte bei den Schülerprotesten ausgesetzt werde.

Eine solche von Einsatzkräften in eine Schülergruppe abgefeuerte Granate hatte einem 15-Jährigen am Montag im nordfranzösischen Lens eine Hand abgerissen.

Dies führte zu wachsender Empörung über das Auftreten der Polizei.

Recherche Esada Kunic, Keystone-SDA, Melsada Zec-Zejnic 22 Quellen
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