Referendum gegen Lohnvorlage
Linke reicht über 100'000 Unterschriften gegen Lohnvorlage ein
Das Parlament hat im Sommer beschlossen, dass ausgehandelte Mindestlöhne in allgemeinverbindlichen GAV kantonale Mindestlöhne übersteuern können.
9 Beiträge in der Diskussion 1 heute · 7 StimmenÜber 100'000 Unterschriften eingereicht
Ein Komitee aus Gewerkschaften und Parteien hat mehr als 100'000 Unterschriften gegen die Übersteuerung kantonaler Mindestlöhne eingereicht.
Das Stimmvolk dürfte sich damit bald zum Verhältnis von Gesamtarbeitsverträgen und kantonal verankerten Mindestlöhnen äussern.
Abstimmung 2027 erwartet
Ob das Referendum gegen die kürzlich vom Parlament verabschiedete Vorlage zustande kommt, entscheidet die Bundeskanzlei nach der Auszählung der Unterschriften.
Dies dürfte angesichts der hohen Zahl eingereichter Unterschriften eine Formsache sein.
Eine Abstimmung fände wohl Ende Februar oder Anfang Juni 2027 statt.
Was die Vorlage ändert
Allgemeinverbindliche Gesamtarbeitsverträge regeln neben Löhnen unter anderem auch Ferien, Arbeitsbedingungen oder Lohnfortzahlungen bei Krankheit.
Gegenwärtig können GAV allgemeinverbindlich erklärt werden, wenn sie Gesetzen von Bund und Kantonen nicht widersprechen.
Künftig sollen von den Sozialpartnern ausgehandelte Mindestlöhne in allgemeinverbindlichen GAV kantonale Mindestlöhne übersteuern können.
Parlament stimmte im Sommer zu
Im Sommer stimmten sowohl der Nationalrat mit 115 zu 78 Stimmen bei 6 Enthaltungen als auch der Ständerat mit 23 zu 16 Stimmen bei 5 Enthaltungen für die entsprechenden Gesetzesänderungen.
Die Nein-Stimmen kamen von Vertreterinnen und Vertretern von SP, Grünen und Mitte-Partei.
Die beiden grossen Gewerkschaftsdachverbände SGB und Travailsuisse, die SP und die Grünen sammelten in den vergangenen drei Monaten Unterschriften gegen die Vorlage.
Aus der DiskussionLinke wollen alles, und noch viel mehr! Ohne etwas dafür zu tun!User #6370 13 mal zugestimmt Mitreden
Gegner sprechen von Lohnangriff
Das gegnerische Lager spricht von einem «Angriff auf alle Beschäftigten mit tiefen Löhnen».
In Kantonen und Städten mit bereits beschlossenen, aber noch nicht eingeführten Mindestlöhnen könnten Zehntausende nicht davon profitieren.