UBS-Kapitalregeln
UBS-Grossaktionär fordert Wegzug aus der Schweiz
Nach dem Ständeratsentscheid zu schärferen Kapitalvorgaben für die UBS kritisieren Investoren und Wirtschaftsverbände die geplante Regulierung.
308 Beiträge in der DiskussionArtisan fordert Standortaufgabe
Laut «Finanzen.net» begründet Artisan Partners die Forderung nach einem Wegzug mit den geplanten höheren Kapitalanforderungen.
Artisan verwaltet nach eigenen Angaben mehr als 60 Millionen UBS-Aktien und hält damit rund zwei Prozent.
Bereits zuvor hatte der Investor Cevian Capital ähnliche Bedenken zur internationalen Geschäftstätigkeit geäussert.
Die UBS hält an ihrer Strategie fest und will weiterhin weltweit aus der Schweiz heraus tätig sein.
Milliardenbelastung beim Kernkapital
Wie «Finanz und Wirtschaft» berichtet, könnte die geplante Regulierung das harte Kernkapital der UBS deutlich erhöhen.
Artisan rechnet mit einem Anstieg von derzeit 56 auf 72 Milliarden Dollar.
Die zusätzlichen 16 Milliarden Dollar könnten laut dem Investor in einem weniger streng regulierten Land Erträge erwirtschaften.
Daraus leitet Artisan einen möglichen entgangenen Börsenwert von 36 Milliarden Dollar beziehungsweise rund 23 Prozent ab.
Aktie unter Druck
Die UBS-Aktie verlor zeitweise 2,46 Prozent und notierte bei 39,26 Franken.
Bereits nach dem Ständeratsentscheid war der Titel deutlich gefallen und lag am Donnerstag um 09:20 Uhr bei 38,84 Franken, dem tiefsten Stand seit Mitte Juni 2026. In den vergangenen zwei Wochen verlor die Aktie mehr als zehn Prozent.
Regulierung nach CS-Kollaps
Hintergrund ist die geplante Verschärfung der Schweizer Grossbankenregulierung nach dem Zusammenbruch der Credit Suisse.
Der Bundesrat verlangt eine vollständige Kapitalunterlegung ausländischer Tochtergesellschaften.
Der Ständerat entschied sich zuletzt für eine Quote von 90 Prozent statt der ursprünglich vorgesehenen 100 Prozent.
Aus der DiskussionDie UBS und Ermotti sind überhaupt nicht dankbar. Der Staat hat diese mässig seriöse Bank vor einigen Jahren mit 50 Milliarden Franken Hilfe vor ihrem Ruin gerettet.User #1706 38 mal zugestimmt Mitreden
Ständerat beschliesst 90 Prozent
Der Ständerat beschloss die neuen Regeln für systemrelevante Grossbanken mit 33 gegen 10 Stimmen und zwei Enthaltungen.
Bei der Festlegung der 90-Prozent-Quote setzte sich eine Position mit 29 zu 16 Stimmen durch.
Heute gelten für die Auslandstöchter 45 Prozent hartes Kernkapital, hinzu kommen 17 Prozent AT1-Anleihen.
Für die Bank bedeutet der Entscheid laut «SRF» eine Verdoppelung der heutigen Kernkapital-Anforderung.
Nun ist der Nationalrat am Zug.
Kompromiss von Hegglin
Der Kompromissvorschlag der Wirtschaftskommission hätte eine Unterlegung mit 50 Prozent CET1 und 50 Prozent AT1-Instrumenten vorgesehen; eingebracht hatte ihn Mitte-Ständerat Peter Hegglin.
SP-Ständerätin Eva Herzog sagte zu Nau.ch, es sei nun eine gute Vorlage, auch wenn ihr der Vorschlag von Finanzministerin Karin Keller-Sutter mit 100 Prozent lieber gewesen wäre.
RBC erwartet tieferen Gewinn
Laut RBC-Analysten würden die neuen Kapitalregeln den Gewinn pro Aktie der UBS um 9 Prozent schmälern, sofern die Bank ihr Volumen an ausstehenden AT1-Anleihen verringert.
Die UBS schrieb vor dem Entscheid, eine 90-Prozent-Unterlegung sei kein Kompromiss zum Bundesratsvorschlag und würde ihrer Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig schaden.