Krankenkassenprämien 2027
Krankenkassenprämien steigen 2027 um fünf Prozent
Gesundheitsministerin Elisabeth Baume-Schneider hat am Dienstag bekanntgegeben, dass die Krankenkassenprämien 2027 im Schnitt um 5,0 Prozent steigen.
3’343 Beiträge in der DiskussionPrämien steigen um fünf Prozent
Die Krankenkassenprämien steigen 2027 im Schnitt um 5,0 Prozent.
Für viele Haushalte kommt das zu höheren Preisen für Wohnen und Mobilität obendrauf.
Nau.ch fragte bei einem Budgetberater und einem Ökonomen nach, deren Antworten unterschiedlich ausfallen.
Budgetberater sieht wachsendes Problem
Philipp Frei, Geschäftsführer der Budgetberatung Schweiz, sieht ein wachsendes Problem, das über die Prämien hinausgeht.
Auch die allgemeine Teuerung, die Wohnkosten sowie die Preise für Benzin, Diesel und Heizöl belasteten die Budgets.
«Viele, die bis jetzt einigermassen gut mit ihren finanziellen Möglichkeiten zurecht kamen, müssen inzwischen rechnen, um über die Runden zu kommen», schreibt Frei.
Gespart werde dort, wo es möglich sei, meist beim Essen und bei den Ferien.
Mittelfristig lohne sich zudem ein Blick auf die Abonnements und auf die Krankenkasse selbst.
Frei warnt vor Gesundheitsfolgen
Am meisten beschäftigt Frei die Gesundheit.
Hinter abstrakten Prozentzahlen und Inflationsraten stünden echte Menschen.
«Geldsorgen machen krank», so der Budgetberater.
Das würden Untersuchungen ebenso wie seine Erfahrung in der Beratung zeigen.
Zahlen zur Durchschnittsprämie
Die mittlere Monatsprämie für die obligatorische Krankenversicherung steigt um 19.70 Franken auf 412 Franken, wie das Bundesamt für Gesundheit mitteilte.
Für Erwachsene beträgt der Anstieg 22.80 Franken auf 487.60 Franken, bei jungen Erwachsenen 15.40 Franken auf 338.80 Franken und bei Kindern 5.70 Franken auf 128.10 Franken.
Als Hauptgrund gelten mehr Behandlungen pro Patientin und Patient sowie höhere Tarife.
Aus der DiskussionJedes Jahr dieselben Ausreden, langsam wirds Peinlich!User #1102 114 mal zugestimmt Mitreden
Grosse kantonale Unterschiede
Beträchtlich sind die kantonalen Unterschiede.
Der Kanton Jura verzeichnet mit 6,6 Prozent den höchsten Prämienanstieg, der Kanton Glarus mit 3 Prozent den niedrigsten.
In Solothurn steigen die Prämien um 6 Prozent auf 417.50 Franken, in Schaffhausen um 6,4 Prozent.
Im Kanton Bern beträgt der Anstieg 5,4 Prozent, die Monatsprämie liegt neu bei 420.20 Franken.
Der Kanton Zug zahlt auch 2027 die tiefsten Prämien: Weil er 99 Prozent der stationären Spitalkosten übernimmt, liegt die Prämie bei 276.20 Franken.
Baume-Schneider verspricht Besserung
Baume-Schneider räumte ein, es seien keine guten, aber erwartete Nachrichten.
Dass die Bevölkerung immer älter werde und der medizinische Fortschritt zu Buche schlage, sei bekannt.
«Es ist nicht das, was man möchte, aber es ist die Realität», sagte die Bundesrätin im Nau.ch-Interview.
Gemäss dem Leiter des Solothurner Gesundheitsamts, Peter Eberhard, ist mit einer Entlastung zu rechnen, wenn 2028 der indirekte Gegenvorschlag zur Prämien-Entlastungs-Initiative in Kraft tritt.
Parteien fordern Entlastung
Parteien und Verbände nutzten die Ankündigung, um eigene Lösungen zu präsentieren.
Die SP Schweiz lancierte eine Initiative, wonach Erwachsenen jährlich zwei Monatsprämien und für Kinder sechs Prämien erlassen werden sollen, finanziert über Steuerzuschläge auf hohe Einkommen und eine moderate Gewinnsteuer für Konzerne.
Die Grünen wollen die Kopfprämien durch einkommensabhängige Prämien ersetzen.
Die Mitte-Partei legte einen 5-Punkte-Plan vor.
Der Gewerkschaftsbund forderte das Parlament auf, den Anstieg per Gesetz auf drei Prozent zu begrenzen; eine vierköpfige Familie müsse nächstes Jahr im Durchschnitt fast 15'000 Franken für Prämien aufwenden, vor zehn Jahren seien es knapp 11'000 Franken gewesen.