Sandoz in Basel
Sandoz setzt auf das lukrative Geschäft mit Biosimilars
Die frühere Novartis-Tochter Sandoz ist vor allem für günstige Nachahmer von Medikamenten wie Diovan oder Lipitor bekannt.
Saynor erwartet goldene Dekade
Sandoz setzt zunehmend auf das lukrativere Geschäft mit Biosimilars.
Damit wollen die Basler ihr Wachstum beschleunigen und gleichzeitig die Profitabilität steigern.
Sandoz-Chef Richard Saynor rechnet mit einer «goldenen Dekade für Biosimilars», wie er am Dienstag an einem Investorenanlass erklärte.
In diesem Zeitraum werden zahlreiche Original-Biopharmazeutika ihren Patentschutz verlieren, was den Markt für Nachahmer-Produkte öffnet.
Was Biosimilars sind
Biosimilars sind biopharmazeutisch hergestellte Nachahmer-Medikamente, die den Referenzarzneimitteln in ihrer Wirkung ähneln.
Sie sind schwieriger zu entwickeln und herzustellen und haben eine höhere Marge.
Sie kommen unter anderem bei Autoimmunerkrankungen, bei bestimmten Krebsarten, Neurodermitis oder Diabetes zum Einsatz.
Programm «Bio100» bis 2040
Saynor will das Portfolio in den kommenden Jahren kräftig ausbauen.
Das Biosimilar-Geschäft soll künftig grösser werden als das klassische Generika-Geschäft mit chemisch hergestellten, nicht mehr patentgeschützten Medikamenten.
Im ersten Semester 2026 standen die Biologika noch für ein Drittel des Konzernumsatzes.
Aktuell umfasst das Portfolio 13 Biosimilars, was Sandoz bereits heute zum führenden Anbieter macht.
Bis 2040 soll das Sortiment im Programm «Bio100» auf über 100 Biosimilars ausgebaut werden.
Partnerschaften mit Samsung und Henlius
Um dieses Wachstum zu stemmen, hat sich Sandoz kürzlich die weltweiten Vermarktungsrechte für mehrere Biosimilars von Samsung und Henlius gesichert.
«Wir werden auch in Zukunft mit strategischen Partnern zusammenarbeiten», sagte Armin Metzger, bei Sandoz verantwortlich für Entwicklung, Herstellung und Supply Chain bei Biosimilars.
Entwicklungsseitig setzt Sandoz aber überwiegend auf eigene Kapazitäten: Rund 70 Prozent der Pipeline soll aus der eigenen Entwicklung stammen, nur rund 30 Prozent von Partnern, respektive aus Einlizenzierungen und Kooperationen.