Ukraine-Krieg
Putin sichert Trump im Telefonat keine Aggression gegen Europa zu
US-Sondervermittler Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner reisten am vergangenen Wochenende zu Gesprächen über ein Kriegsende nach Moskau und Kiew.
780 Beiträge in der Diskussion 155 heute · 345 StimmenTelefonat Trump und Putin
US-Präsident Donald Trump und der russische Präsident Wladimir Putin haben telefoniert.
Putins aussenpolitischer Berater Juri Uschakow sagte Journalisten, der russische Staatschef habe Trump zugesichert, keine «aggressiven Pläne» in Bezug auf Europa zu haben.
Das Gespräch dauerte laut Uschakow etwa eine Stunde.
Kreml zu Gesprächsinhalten
Putin habe Trump zudem eine «objektive und ausführliche Analyse der Vorgänge auf dem Schlachtfeld» gegeben und ausgeführt, was die USA «real für ein baldiges Ende der Kampfhandlungen tun können».
Nach Kreml-Angaben stellte Trump Moskau eine komplette Wiederherstellung der Beziehungen zwischen Russland und den USA für den Fall eines Endes des Ukraine-Konflikts in Aussicht.
Besprochen worden seien auch weitere Austausche von Gefangenen.
US-Vermittler in Moskau und Kiew
US-Sondervermittler Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner reisten am vergangenen Wochenende zunächst nach Moskau und anschliessend erstmals nach Kiew.
Nennenswerte Fortschritte in Richtung einer Friedenslösung wurden nicht bekannt.
Witkoff selbst bezeichnete die Reise als erfolgreich und sprach von «bedeutenden Fortschritten», konkrete Ergebnisse blieben jedoch aus.
Peskow gibt sich siegessicher
Kremlsprecher Dmitri Peskow gab sich siegessicher: «Wir sind überzeugt, dass der Sieg sehr nah ist», sagte er der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass zufolge im Vorfeld des Brics-Gipfels am Wochenende.
Zugleich erklärte Peskow, eine Wiederaufnahme von Verhandlungen sei nicht ausgeschlossen, es sei aber noch zu früh, um über Ort und Zeit zu sprechen.
Der Kreml erwarte die Wiederaufnahme von Gesprächen im Format Moskau, Washington, Kiew.
Selenskyj hofft auf Verhandlungen
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sieht ein mögliches Fenster für Friedensverhandlungen noch vor dem Winter.
Im Interview mit dem US-Nachrichtenportal Axios sagte er, Putin wolle Trump nicht vor den Zwischenwahlen Anfang November verärgern: «Mein Gefühl sagt mir, dass Putin Trump braucht, er will ihn nicht verärgern.»
Er gehe zugleich davon aus, dass Moskau den Winter nutzen wolle, um die Ukraine weiter unter Druck zu setzen.
Kallas zweifelt an Friedenswillen
Die EU-Aussenbeauftragte Kaja Kallas äusserte sich skeptisch.
«Wir sehen nicht, dass Russland wirklich an Frieden interessiert ist», sagte sie bei einem Besuch in Litauen.
Moskau habe kein einziges Zugeständnis gemacht.
Als positive Seite des Besuchs nannte sie, dass die Ukraine drei Tage ohne Bombardierungen der Zivilbevölkerung erlebt habe.
Angriffe nach Feuerpause
Für die Dauer des Besuchs der US-Unterhändler hatte Putin eine dreitägige Pause der Angriffe auf Kiew verkündet, die Ukraine verzichtete im Gegenzug auf Angriffe gegen Moskau.
Nach dieser kurzzeitigen Feuerpause nahm Russland seine schweren Luftangriffe auf die Hauptstadt wieder auf.
Bürgermeister Vitali Klitschko zufolge wurden dabei drei Menschen getötet, mehrere Wohnhäuser, eine Schule und Autos wurden beschädigt.
Aus der DiskussionIch möchte ja nicht wissen, wieviele russische Mütter den Fleischwolf-Putler am liebsten umbringen würden.User #3295 39 mal zugestimmt Mitreden
Drohnenangriff auf TV-Sender
Bei einem russischen Drohnenangriff wurde das Gebäude des Fernsehsenders «My – Ukrajina» in Kiew beschädigt, fünf Menschen wurden verletzt.
Selenskyj warf Russland vor, den Sender gezielt angegriffen zu haben, und verlangte eine Reaktion von Europa und der Welt.
Russland führt seit Februar 2022 Krieg gegen die Ukraine.