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Nestlé-Geschäft in Russland

Seco zeigt sich besorgt über Zwangsverwaltung bei Nestlé

Publiziert 17.09.2026, 19:46 Uhr Aktualisiert 18.09.2026, 16:07 Uhr

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte per Dekret zwei Nestlé-Gesellschaften unter eine vorübergehende russische Verwaltung gestellt.

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Seco unterstützt Nestlé diplomatisch

Das Seco ist besorgt über die per Dekret beschlossene Zwangsverwaltung von Teilen des Russlandgeschäfts von Nestlé.

Das Seco und das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) stehen deswegen seit einigen Wochen in engem Kontakt mit dem Nahrungsmittelkonzern.

Man unterstütze Nestlé auf diplomatischem Weg, erklärte das Seco am Freitag auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP.

Ziel der Unterstützung sei es, Nestlé die Möglichkeit zu verschaffen, den eigenen Standpunkt gegenüber den russischen Behörden darzulegen und auf eine Rücknahme der Zwangsverwaltung hinzuwirken.

Putin-Dekret zu zwei Gesellschaften

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte am Donnerstag zwei Nestlé-Gesellschaften unter eine vorübergehende russische Verwaltung gestellt.

Betroffen sind Nestlé Russia und Nestlé Kuban.

Die von Nestlé-Gesellschaften in der Schweiz und Deutschland gehaltenen Anteile werden laut Dekret künftig von der russischen Firma L.E.V.

Management verwaltet.

Nestlé bleibt zwar Eigentümerin, kann aber vorerst nicht mehr selbst über die Beteiligungen bestimmen.

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Kreml nennt «unfreundliche Länder»

Der Kreml begründete die Zwangsverwaltung des Russland-Geschäfts von Nestlé und weiteren europäischen Unternehmen mit deren Herkunft aus sogenannten «unfreundlichen Ländern».

Diese Staaten unterstützten die Ukraine militärisch, erklärte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Freitag.

Diese Länder seien «so aktiv wie möglich an militärischen Handlungen gegen unser Land beteiligt» und hätten sich an Angriffen der Ukraine auf zivile und wirtschaftliche Infrastruktur Russlands beteiligt.

Neben Nestlé sind auch die russische Tochter des französischen Detailhändlers Auchan und die ehemalige Russland-Einheit der Baumarktkette Leroy Merlin betroffen.

Milliardenwerte auf dem Spiel

Für Nestlé geht es bei der Zwangsverwaltung auch um beträchtliche Vermögenswerte.

Analystenschätzungen vom August beziffern den Wert des russischen Geschäfts inklusive Vermögenswerten, Marken und Erträgen auf 160 bis 175 Milliarden Rubel.

Das entspricht grob 1,5 bis 1,7 Milliarden Franken.

Der russische Branchenanalyst Michail Burmistrow hatte den Wert im August gegenüber der Wirtschaftszeitung «Kommersant» geschätzt; davon entfielen 120 bis 125 Milliarden auf Vermögenswerte und Marken sowie 40 bis 50 Milliarden auf nicht ausgeschüttete Gewinne.

Sechs Fabriken für Kaffee und

Nestlé betreibt in Russland insgesamt sechs Produktionsstandorte und produziert dort unter anderem Kaffee, Schokolade und andere Süsswaren, Babynahrung und Tierfutter.

Nestlé Kuban betreibt in Timaschewsk in der Region Krasnodar in der Schwarzmeer-Region eine der weltweit grössten Fabriken von Nestlé für löslichen Kaffee.

Dort wird unter anderem Nescafé produziert.

Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine hatte der Konzern Investitionen sowie Exporte aus Russland auch aufgrund internationaler Sanktionen zurückgefahren und sein Angebot auf grundlegende Lebensmittel konzentriert.

2021 entfielen noch 2 Prozent des Nestlé-Umsatzes auf Russland.

Aus der Diskussion
Zudem würde der Bund nun die Finger davon lassen, denn es werden in Zukunft noch mehr Unternehmen unter den Hammer kommen. Dafür dürfen keine Steuergeldern verputzt werden.
User #2526 23 mal zugestimmt Mitreden

Nestlé-Aktie unter Druck

Die Nestlé-Aktie geriet am Freitag nach der Börseneröffnung deutlich unter Druck.

Anleger reagieren damit laut der «FuW» auf die vorläufige Fremdverwaltung.

Die finanzielle Bedeutung des Russland-Geschäfts ist der «FuW» zufolge für den Gesamtkonzern begrenzt.

Die LUKB bezeichnet die Folgen als belastend, aber angesichts der Grösse und Ertragskraft von Nestlé als tragbar.

Recherche Esada Kunic, Keystone-SDA, Maja Bojic 8 Quellen
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