Microsoft und H-1B-Visa
US-Regierung schliesst Microsoft vom H-1B-Visa-Programm aus
Die US-Regierung von Präsident Donald Trump wirft Microsoft Missbrauch des Visa-Verfahrens für qualifizierte ausländische Fachkräfte vor.
12 Beiträge in der Diskussion 2 heute · 9 StimmenRegierung schliesst Microsoft aus
Die US-Regierung schliesst den Software-Konzern Microsoft vom Visa-Verfahren aus, das qualifizierten ausländischen Fachkräften die Einwanderung in die USA ermöglicht.
Als Grund nennt die Regierung von Präsident Donald Trump einen Missbrauch des Verfahrens durch Microsoft.
Vance wirft Missbrauch vor
Im vergangenen Jahr habe Microsoft 6000 US-amerikanische Beschäftigte entlassen und zugleich von 6300 Mitarbeitern aus dem Ausland mit H-1B-Visa profitiert, sagte Vizepräsident J.
D.
Vance vor den Medien in Washington.
Kein Unternehmen habe das Verfahren zum dauerhaften Aufenthalt so stark missbraucht wie Microsoft, sagte Vance.
Deswegen werde Microsoft bis auf weiteres davon ausgeschlossen, sagte Arbeitsminister Keith Sonderling.
Nadella und Pichai mit H-1B-Visum
Nach mehrfacher Verlängerung der H-1B-Visa können Unternehmen für Mitarbeiter ein dauerhaftes Bleiberecht beantragen.
Seit Jahrzehnten ist das der Weg, auf dem talentierte Fachleute aus aller Welt in US-amerikanischen Top-Unternehmen landen.
Der aktuelle Microsoft-Chef Satya Nadella hielt in den 1990er Jahren ein H-1B-Visum, auch Google-Chef Sundar Pichai arbeitete einst damit.
Auch Adobe betroffen
Die Regierung von Donald Trump kritisiert das System seit langem, da es US-amerikanische Arbeitnehmer benachteilige, die durch Ausländer ersetzt würden.
Unternehmen kontern, dass es in den USA in vielen Fällen nicht genug Spezialisten gebe.
Genauso wie gegen Microsoft geht die Regierung auch gegen mehrere Beratungsunternehmen sowie den Photoshop-Entwickler Adobe vor.
Aus der DiskussionDann werden diese Unternehmen wohl mehr Mitarbeitende ausserhalb der USA anstellenUser #3074 10 mal zugestimmt Mitreden
Microsoft weist Vorwürfe zurück
Microsoft betonte in einer Reaktion, dass es bei 80 Prozent der im vergangenen Geschäftsjahr eingereichten rund 6000 H-1B-Anträge darum gegangen sei, den Status bestehender Mitarbeiter zu verändern oder zu verlängern.
Auch die restlichen Anträge seien für Menschen gewesen, die sich bereits legal in den USA aufgehalten, aber nicht für Microsoft gearbeitet hätten.
Zugleich hiess es, dass ausländische Mitarbeiter genauso gut bezahlt würden wie ihre US-Kollegen.