Novartis-Aktie in Zürich
Novartis stürzt nach erneutem Studienrückschlag deutlich ab
Novartis testete den Wirkstoff Del-desiran in der HARBOR-Studie gegen die Muskelerkrankung myotone Dystrophie Typ 1.
Aktie fällt zweistellig
Die Novartis-Aktie ist am Dienstag nach einem erneuten Forschungsrückschlag deutlich gefallen.
Im frühen Handel verlor das Papier zeitweise mehr als zehn Prozent.
Auslöser war das Scheitern einer Phase-III-Studie mit dem Wirkstoff Del-desiran.
HARBOR-Studie verfehlt Ziel
Getestet wurde das Medikament gegen die fortschreitende Muskelerkrankung myotone Dystrophie Typ 1. Die sogenannte HARBOR-Studie untersuchte rund 150 Patienten über 54 Wochen.
Als primäres Studienziel wurde gemessen, wie schnell Betroffene ihre Hand wieder öffnen konnten.
Damit sollte die für die Erkrankung typische Muskelsteifigkeit beurteilt werden.
Beim wichtigsten Studienziel zeigte Del-desiran jedoch keine statistisch signifikante Verbesserung gegenüber Placebo.
Novartis wertet Daten aus
Novartis wertet nun den vollständigen Datensatz der Untersuchung aus.
Danach will der Konzern mit den Gesundheitsbehörden über das weitere Vorgehen beraten.
ZKB sieht Vertrauensverlust
Der Rückschlag belastet die Erwartungen an die Medikamentenpipeline von Novartis zusätzlich.
Die Zürcher Kantonalbank sieht insbesondere einen möglichen Vertrauensverlust in eine ganze Gruppe von Medikamentenkandidaten.
Diese Wirkstoffe hatte Novartis mit der Übernahme des US-Biotechunternehmens Avidity Biosciences erworben.
Andere Kandidaten aus dieser Übernahme hatten bei bisherigen Untersuchungen allerdings positive Ergebnisse gezeigt.
Vontobel streicht Umsatzerwartung
Auch Vontobel bewertet die neuen Studiendaten als deutlichen Rückschlag für die Medikamentenpipeline.
Die Bank hatte Del-desiran bei erfolgreicher Entwicklung einen möglichen jährlichen Spitzenumsatz von drei Milliarden US-Dollar zugetraut und dabei das Risiko eines Scheiterns mitberücksichtigt.
Diese Umsatzerwartung streicht die Bank nun aus ihrem Bewertungsmodell.