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Theater Bern Ramuz

Regisseur Tilmann Köhler verbindet zwei Ramuz-Romane zu «Ewige Sonne»

Publiziert 21.10.2026, 12:40 Uhr Aktualisiert 24.10.2026, 08:06 Uhr

Der deutsche Regisseur Tilmann Köhler vereint an den Bühnen Bern zwei Romane des Westschweizer Autors Charles Ferdinand Ramuz zu einem Theaterabend.

Gedankenexperiment auf der Bühne

Der deutsche Theaterregisseur Tilmann Köhler bringt unter dem Titel «Ewige Sonne» bei den Bühnen Bern ein Gedankenexperiment auf die Bühne.

Der Westschweizer Autor C.F.

Ramuz hat ihm dafür mit zwei Romanen Pate gestanden.

Zwei Romane, ein Theaterabend

In «Sturz in die Sonne» und «Dorf im Himmel» hat der Westschweizer Autor Charles Ferdinand Ramuz (1878-1947) literarisch durchgespielt, wie eine Gesellschaft und wie ein Individuum auf Tod und Endlichkeit reagieren.

Köhler vereint die beiden Romane für einen Theaterabend.

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Utopie gegen Dystopie

Auf den ersten Blick sind «Sturz in die Sonne» und «Dorf im Himmel» zwei grundverschiedene Geschichten – das eine ist eine Dystopie, das andere eine Utopie.

Ausgangslage in «Sturz in die Sonne» ist, dass die Erde in die Sonne rast.

Es wird immer heisser und am Ende steht unweigerlich der Tod aller Menschen.

Im utopischen Roman «Dorf im Himmel» wiederum steigen 300 Menschen aus ihren Gräbern; sie kehren zurück in ihr Dorf, in ihr Leben und das ohne Sorgen, Krankheiten oder Tod, als Gemeinschaft, in der einer dem anderen Gutes will.

Köhler sieht Bezug zum Klima

«Unter dem Klima-Aspekt öffnet sich 'Sturz in die Sonne' seltsam ins Heute», sagt Tilmann Köhler im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.

Der Roman «koppelt an die heutige Apokalypse an».

«Dorf im Himmel» stelle die Frage, wie eine Welt ohne Leid wäre – und ob das überhaupt wünschenswert wäre.

Hitzesommer 1921 als Inspiration

Charles Ferdinand Ramuz (1878-1947) hat an beiden Büchern von den 1920er Jahren bis 1941 gearbeitet.

Der Hitzesommer 1921 mit Temperaturen von über 38 Grad in Genf hat ihn zu «Sturz in die Sonne» inspiriert.

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Endlichkeit und Sinn des Lebens

Den Theaterregisseur hat die Parabelhaftigkeit und die universelle Thematik der Endlichkeit interessiert.

Er sieht sie mit der Frage verbunden, wie ein Leben sinnvoll wird.

«Das ist in beiden Büchern angelegt», sagt Köhler.

«Zudem stehen die Romane mit Hölle und Himmel einander gegenüber und gehören gleichzeitig zusammen.

Frühere Schweizer Arbeiten Köhlers

Der 1979 im deutschen Weimar geborene Regisseur hat zuvor bereits in der Schweiz gearbeitet.

2021 inszenierte er an den Bühnen Bern «Von schlechten Eltern» nach Tom Kummer, 2019 am Theater Basel «Das grosse Heft» von Agota Kristof und 2017 «Die Schwarze Spinne» von Jeremias Gotthelf.

Jedes Mal wählte er Prosatexte von Autorinnen und Autoren aus der Schweiz.

Assoziative Inszenierungsweise

Seine Herangehensweise beschreibt Köhler so, «Bilder im Kopf der Zuschauenden entstehen zu lassen, die nichts festschreiben und stattdessen Assoziationsräume öffnen».

Die Entstehung von «Ewige Sonne» nennt er einen «kollektiven Prozess mit einem Team, das ich schon lange kenne».

Recherche Keystone-SDA 2 Quellen
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