Suche nach UN-Chef
Baerbock will Infantino-Vorstoss als Machtspiel entlarven
Im Sommer waren Berichte aufgekommen, wonach US-Präsident Donald Trump Fifa-Chef Gianni Infantino als möglichen Nachfolger von UN-Generalsekretär António Guterres ins Spiel bringen könnte.
26 Beiträge in der Diskussion 3 heute · 22 StimmenBaerbock will Machtspiel sichtbar machen
Die scheidende Präsidentin der UN-Generalversammlung, Annalena Baerbock, hätte auf Gedankenspiele um Fifa-Präsident Gianni Infantino als neuen UN-Generalsekretär am liebsten mit einem provokanten Gegenvorschlag reagiert.
Im Gegenzug hätten die Vereinten Nationen einen Vorschlag für die nächste Fifa-Präsidentschaft machen können, sagte Baerbock.
Dahinter stehe die Absicht, «dieses Machtspiel sichtbar zu machen».
«Denn mit sachlichen Gegenargumenten kommt man da nicht weit. Und vor allem sollte man jede noch so vermeintliche Absurdität ernst nehmen», sagte sie der dpa.
Trump bringt Infantino ins Spiel
US-Präsident Donald Trump gilt als enger Verbündeter Infantinos.
Im Sommer waren Berichte aufgekommen, wonach Trump den Chef des Fussball-Weltverbands als möglichen Nachfolger von UN-Generalsekretär António Guterres ins Spiel bringen könnte.
Infantino gehört bislang nicht zu den offiziell nominierten Kandidaten.
Baerbock forderte mehr Transparenz
Baerbock hatte sich während ihrer einjährigen Präsidentschaft der UN-Generalversammlung für einen transparenteren Auswahlprozess und eine stärkere Rolle der 193 Mitgliedstaaten bei der Bestimmung des nächsten Generalsekretärs eingesetzt.
Das hatte insbesondere bei den USA und Russland Kritik ausgelöst.
Kritik am Sicherheitsrat
Kurz vor Ende ihrer Amtszeit hatte Baerbock den Sicherheitsrat für mangelnde Transparenz bei der Suche nach einem neuen UN-Generalsekretär kritisiert.
Dass das mächtigste Gremium die Ergebnisse seiner bisherigen Probeabstimmungen nicht veröffentlicht habe, obwohl diese bereits an die Presse durchgesickert seien, schade den Kandidaten, der Generalversammlung und «offen gesagt der Glaubwürdigkeit des eigenen Verfahrens des Sicherheitsrats», schrieb sie in einem Brief an die UN-Mitgliedstaaten.
Die USA und Russland warfen ihr Kompetenzüberschreitung vor und pochten auf das Recht des Sicherheitsrats, den Kandidaten oder die Kandidatin geheim zu bestimmen.
Aus der DiskussionDie Amerikaner und die Russen sind sich einig, dass die Regeln in Stein gemeisselt sind und dass Frau Baerbock ihre Kompetenz masslos überdehnt.User #9916 22 mal zugestimmt Mitreden
Guterres scheidet Ende Jahr
António Guterres scheidet zum Ende des Jahres aus dem Amt als UN-Generalsekretär.
Die UN-Charta sieht vor, dass sein Nachfolger von der Generalversammlung auf Empfehlung des Sicherheitsrats ernannt wird.
In der Praxis einigen sich die 15 Länder im Sicherheitsrat in geheimen Wahlen auf einen Kandidaten, deren Ergebnisse nicht veröffentlicht werden.
Die fünf ständigen Mitglieder – China, Russland, Frankreich, Grossbritannien und die USA – haben auch hier das Recht auf ein Veto.