Zurich Film Festival
Thunbergs Westsahara-Podium in Zürich bleibt fast leer
Greta Thunberg nahm am Zurich Film Festival an einem Panel zum Westsahara-Konflikt teil, das nach der Premiere eines Dokumentarfilms stattfand.
379 Beiträge in der DiskussionPanel bleibt fast leer
Ein Podium mit der Klimaaktivistin Greta Thunberg in Zürich ist offenbar sabotiert worden.
Das Panel am Mittwoch zum Westsahara-Konflikt war ausverkauft, statt 300 Zuschauer kamen aber nur etwa 40. Thunberg machte Marokko dafür verantwortlich.
Festival bestätigt ungenutzte Plätze
Die Nachfrage nach Tickets sei sehr gross gewesen, dennoch seien viele reservierte Plätze nicht genutzt worden.
Das teilte eine Mediensprecherin des veranstaltenden Zurich Film Festival gegenüber Keystone-SDA mit.
Sie bestätigte damit einen Artikel des «Tages-Anzeigers».
Offenbar war es auch zu sehr grossen Bestellungen gekommen.
Die Anzahl Tickets sei nachträglich auf maximal vier pro Person begrenzt worden, bei einzelnen Reservationen sei eine grössere Anzahl Tickets gebucht worden.
Ob es sich um eine gezielte Aktion handelte, könne sie nicht beurteilen oder kommentieren.
Der Eintritt war gratis, Interessierte mussten aber ein Ticket buchen.
Thunberg macht Marokko verantwortlich
Die Moderatorin sprach gegenüber Festivalvertretern von einer «grossorchestrierten Aktion».
Vor Publikum sagte sie, man könne nur spekulieren, wer die Tickets im grossen Stil aufgekauft habe.
Laut dem «Tages-Anzeiger» hatte Thunberg auf dem Podium eine klare Meinung zum schwachen Zuschaueraufkommen und machte Marokko als Verantwortlichen aus.
Die leeren Ränge seien eine Bestätigung dafür, dass der Kampf der Sahrawi mundtot gemacht werden soll.
Marokkos Anspruch auf Westsahara
Marokko beansprucht die Westsahara seit Mitte der 70er-Jahre.
Das Land kontrolliert die Region grösstenteils und pocht auf seine territoriale Souveränität.
Inzwischen investiert es dort auch massiv in Wind- und Solaranlagen.
Auf diese Ressourcen können die Sahrawi nicht zurückgreifen.
Dokumentarfilm als Anlass
Anlass für den Auftritt war die Weltpremiere des Dokumentarfilms «My Home of Wind and Sand» von Regisseur Patrick Wally.
Das Zurich Film Festival hatte den Auftritt kurzfristig angekündigt und sein Programm angepasst, wie es am Montagnachmittag auf seinem Instagram-Kanal mitteilte.
Der Film begleitet die Sahrawi-Aktivistin Najla Mohamed Lamin über einen Zeitraum von zehn Jahren, die in einem Flüchtlingslager geboren wurde, sich friedlich in der Westsahara engagiert und Mutter von zwei Kindern wird.
Im Anschluss an die Premiere leitete Sylvia Valentin eine Fragerunde, bei der sich auch Thunberg den Fragen des Publikums stellte.
Aus der DiskussionDie Zeit ist vorbei, bleib doch zu Hause.User #6142 70 mal zugestimmt Mitreden
Forderung nach freiem Referendum
Bei der Premiere am Dienstagabend forderte Thunberg Taten statt Worte für Westsahara, stand aber nicht im Mittelpunkt.
Für Najla Mohamed Lamin ist die Besetzung durch Marokko eine riesige Ungerechtigkeit.
«Die Welt spricht uns ein fundamentales Recht ab – ein freies Referendum über unser Zukunft abzuhalten», sagte sie nach der Weltpremiere.
Thunberg besuchte im Jahr 2025 ein Sahrawi-Flüchtlingslager.