Verkehrs-Arena zu «Verkehr ‘45»
SVP und VCS streiten über den Ausbau der Autobahnen
In der «Arena» diskutierten Verbände und Politik über das 50-Milliarden-Projekt «Verkehr ‘45» sowie über Massnahmen gegen die hohen Benzinpreise.
16 Beiträge in der Diskussion 16 heute · 10 StimmenKritik an «Verkehr ‘45»
Der Verkehr steht in den Schlagzeilen: Zum einen hagelt es für das 50-Milliarden-Projekt «Verkehr ‘45» in der Vernehmlassung Kritik.
Zum anderen spürt die Bevölkerung die hohen Benzinpreise im Portemonnaie.
In der «Arena» diskutierten Verbände und Politik darüber, wie es weitergehen soll.
Schnyder verteidigt Bundesrat
2024 lehnte das Stimmvolk einen Autobahn-Ausbau ab.
Einige dieser Projekte finden sich jetzt im Projekt «Verkehr ‘45» wieder.
Für Markus Schnyder, Nationalrat der SVP, ist das kein Problem.
Das Volk habe bloss zum Kredit für die spezifischen Projekte Nein gesagt, nicht aber zum Ausbau der Autobahnen.
Aus seiner Sicht ist das Vorgehen des Bundesrates deshalb legitim.
Grünenfelder nennt Stau-Kosten
Auch Peter Grünenfelder, Präsident von Auto Schweiz, sieht das so.
Die Abstimmung sei verloren gegangen, weil zu wenig auf bürgerlicher Seite mobilisiert worden sei.
Die Staus verursachten milliardenhohe Kosten für die Volkswirtschaft, sagt er.
Eine Mehrheit der Menschen sei auf das Auto angewiesen, weshalb es richtig sei, Schienen und Strassen auszubauen.
Schnyder betont: «Wir dürfen die Strassen nicht vernachlässigen.»
Aus der DiskussionMöchte mal sehen, wenn alle Menschen ihre Einkäufe mit dem ÖV nachhause schleppen. Mit Handkarren möbel blumen Sträucher Bretter usw.usw.🙃🙃🙃🙃🙃User #5337 9 mal zugestimmt Mitreden
Filipovic spricht von «Affront»
Anders sieht es Jelena Filipovic, die Co-Präsidentin des VCS.
Die abgelehnten Projekte wieder aufzunehmen, sei ein «Affront», und: «Der Strassenausbau führt nicht zu weniger Staus.»
Durch den Ausbau mache man die Autobahnen attraktiver, mehr Leute würden das Auto nutzen.
«Und in einigen Jahren sind wir wieder am gleichen Punkt.»
Sie schlägt zwei andere Lösungen vor: Temporeduktionen zu Stosszeiten, um Staus und Unfälle zu vermeiden, und mehr Flexibilität der Arbeitgeber, damit nicht alle gleichzeitig ins Büro fahren müssen.