Prozess in Bellinzona
Bankier Mirabaud erhält zwei Jahre bedingt wegen Bestechung
Die Bundesanwaltschaft warf dem Ex-Präsidenten der Schweizerischen Bankiervereinigung Bestechung fremder Amtsträger und qualifizierte Geldwäscherei vor.
Gericht spricht Mirabaud schuldig
Das Bundesstrafgericht hat Pierre Mirabaud der Bestechung fremder Amtsträger und der Geldwäscherei schuldig gesprochen.
Der Ex-Präsident der Schweizerischen Bankiervereinigung erhielt eine bedingte Freiheitsstrafe von zwei Jahren.
Das Gericht beurteilte den Fall des mittlerweile pensionierten Genfer Bankiers im abgekürzten Verfahren und folgte der Anklageschrift der Bundesanwaltschaft.
Nach der Befragung von Mirabaud verlas das Gericht am späten Dienstagvormittag das Urteilsdispositiv.
82 Millionen Franken an Kuwaiter
Laut Anklageschrift hat Mirabaud einem hohen Beamten aus Kuwait Vorteile in der Höhe von 82 Millionen Franken gewährt, damit dieser öffentliche Gelder bei der gleichnamigen Bank anlegt.
Der Kuwaiter war Präsident der öffentlichen Anstalt für soziale Sicherheit (PIFSS) des Golfstaates.
Er platzierte einen Teil der Gelder dieser Institution bei der Genfer Privatbank, es handelt sich um eine halbe Milliarde Dollar.
Anklage der Bundesanwaltschaft
Der Prozess fand am Dienstag vor dem Bundesstrafgericht in Bellinzona statt.
Neben der Bestechung fremder Amtsträger war der 77-jährige Genfer Bankier auch wegen qualifizierter Geldwäscherei angeklagt.
Die Bundesanwaltschaft hatte eine bedingte Freiheitsstrafe von 24 Monaten gefordert.
Der Kuwaiter ist mittlerweile verstorben.
Verfahren seit 2021
Das Strafverfahren war 2021 von der Bundesanwaltschaft eingeleitet worden.
Auf Mirabauds Antrag wurde der Fall im vereinfachten Verfahren beurteilt.
Mirabaud hatte die Taten, die sich zwischen 2000 und 2012 ereigneten, gestanden.