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Konsequenzen

Serbien drohen nach Mladic-Begräbnis Konsequenzen der EU

Publiziert 27.08.2026, 17:07 Uhr Aktualisiert 08.09.2026, 14:45 Uhr

Serbien hat den verurteilten Kriegsverbrecher Ratko Mladic am Montag in Belgrad mit militärischen Ehren beigesetzt.

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EU-Kommission prüft Schritte

Nach dem Begräbnis des verurteilten Kriegsverbrechers Ratko Mladic prüft die EU-Kommission mögliche nächste Schritte gegen Belgrad.

Diplomaten zufolge könnten Serbien vorerst Fortschritte im EU-Beitrittsverfahren verwehrt werden.

Denkbar seien zudem finanzielle Konsequenzen wie das Einfrieren von derzeit geleisteten Unterstützungszahlungen.

Serbien ist seit 2012 EU-Beitrittskandidatenland, seit 2014 laufen offiziell Verhandlungen.

Von der Leyen und Costa

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Ratspräsident António Costa bezeichneten die Bilder aus Belgrad als schockierend.

Sie warfen serbischen Regierungsvertretern vor, sich einem dunklen Kapitel der jüngeren europäischen Geschichte nicht zu stellen.

Von der Leyen und Costa erklärten: «Ratko Mladic war ein verurteilter Kriegsverbrecher. Er war für Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantwortlich.»

Die Anwesenheit ranghoher serbischer Amtsträger bei der Beerdigung sei zutiefst bedauerlich und stehe im Widerspruch zu den Werten, auf denen Serbiens Weg in die EU beruhe.

Auch aus Wien kommt scharfe Kritik.

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Beisetzung mit Salutschüssen

Mladic wurde am Montag auf dem Belgrader Friedhof Topcider mit militärischen Ehren beigesetzt.

Mehrere tausend Menschen wohnten der Zeremonie bei, Soldaten feuerten Salutschüsse ab.

Zuvor strömten Tausende zur Belgrader Kirche St. Luka, wo viele Trauernde den mit Medaillen und Offizierskappe geschmückten Sarg küssten.

Orthodoxe Priester sprachen Gebete, während serbische Regierungsminister im Trauerzug teilnahmen.

Auch der Patriarch der serbisch-orthodoxen Kirche sowie der russische Botschafter in Serbien waren anwesend, und die Veranstaltung wurde live im Fernsehen übertragen.

Dies geschah, obwohl die EU Serbien zuvor mehrmals aufgefordert hatte, auf eine staatliche Ehrung zu verzichten.

Vucic verteidigt Feier

Präsident Aleksandar Vucic sagte, die Serben würden seit Jahrzehnten verfolgt und schikaniert, und die Menschen hätten davon genug.

Er bezeichnete die Feier als «emotionalen Ausbruch», auf den die Regierung keinen Einfluss habe.

Der Politikwissenschaftler Vedran Dzihic vom Österreichischen Institut für Internationale Politik sagte hingegen: «De facto ist es ein Staatsbegräbnis.»

In Serbien wurde unter Präsident Vucic in den letzten Jahren ein Kult um Mladic gepflegt, gefördert durch staatlich finanzierte Wandbilder und regierungsnahe Medien.

Kos sagt Serbien-Besuch ab

EU-Erweiterungskommissarin Marta Kos hatte bereits Anfang September aus Protest einen geplanten Serbien-Besuch abgesagt.

«Die Rückführung seiner sterblichen Überreste nach Belgrad erinnert Europa an die dunkelsten Kapitel unserer jüngeren Geschichte. Die Verherrlichung seines Todes ist unvereinbar mit den Werten, auf denen der Weg in die EU beruht», schrieb die slowenische Spitzenpolitikerin auf der Plattform X.

Der serbische Justizminister Nenad Vujic hatte zuvor ein Staatsbegräbnis angedeutet: «General Mladic ist ein General, und das Protokoll ist bekannt.»

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Massaker von Srebrenica

Mladic war Ende Juli in einem Gefängniskrankenhaus in Den Haag gestorben, wo er seine lebenslange Haftstrafe verbüsste.

Die genaue Todesursache wurde noch untersucht.

Ein internationales Gericht hatte ihn wegen Kriegsverbrechen im Bosnien-Krieg (1992-1995) zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe verurteilt.

Sein singulär schlimmstes Verbrechen war das Massaker an 8'000 Bewohnern der ostbosnischen Enklave Srebrenica, hauptsächlich Männer und männliche Jugendliche, im Juli 1995. 2021 bestätigte das Nachfolge-Tribunal in Den Haag im Berufungsverfahren das Urteil, womit es rechtskräftig wurde.

Mladic war während des Bosnien-Kriegs Oberbefehlshaber der Bosnisch-Serbischen Armee.

Recherche Esada Kunic, Keystone-SDA 6 Quellen
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