Podium in Lenzburg
Experten warnen vor hybrider Kriegsführung gegen die Schweiz
An einem Podiumsabend der Offiziersgesellschaft Lenzburg diskutierten vier Fachleute, was der russische Angriff auf die Ukraine für die Schweiz bedeutet.
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Am Donnerstag, 27. August, stand an einem gut besuchten Podiumsabend der Offiziersgesellschaft Lenzburg im Stapferhaus die Frage im Zentrum, was passiert, wenn ein scheinbar weit entfernter Krieg plötzlich die eigene Sicherheit betrifft.
Unter dem Titel «Wieder Krieg in Europa: Was bedeutet der russische Angriff auf die Ukraine für die Schweiz?» diskutierten Joachim Adler, Chef Verteidigungspolitik SEPOS, der Aargauer Regierungsrat Jean-Pierre Gallati, die Nationalrätin Irène Kälin und die Ukraine- und Russlandexpertin Luzia Tschirky.
Moderator Christian Dal Cere führte durch den Abend.
Tschirky nennt drei Lehren
Luzia Tschirky nannte drei zentrale Lehren aus der Ukraine: Innovation, Motivation und Kommunikation.
Drohnen hätten die Kriegsführung grundlegend verändert.
Die ukrainischen Soldaten kämpften vor allem für ihre Familien und ihr unmittelbares Umfeld.
Eine wichtige Rolle habe auch Präsident Wolodymyr Selenskyj mit seiner klaren Kommunikation gespielt.
Warnung vor Illusion Frieden
Tschirky warnte davor, Frieden als selbstverständlich zu betrachten: «Zu glauben, der Frieden in der Schweiz ist für alle Zeiten garantiert, ist eine Illusion.»
Die Ukraine habe vor dem Angriff die Realität ebenfalls falsch eingeschätzt.
Trotz des Aufmarschs von mehr als 190'000 russischen Soldaten habe kaum jemand ernsthaft mit einer Invasion gerechnet.
Aus der DiskussionDie Schweiz bringt sich mit ihrer Aussenpolitik selber in Gefahr...!User #1740 14 mal zugestimmt Mitreden
Adler warnt vor Sorglosigkeit
«Die grösste Gefahr ist, das Gefühl ‹gäng wie gäng› genüge auch weiterhin», warnte Joachim Adler.
Die Bedrohungslage in Europa habe sich grundlegend verändert.
Neben klassischen Angriffen gehörten Cyberattacken, Sabotage, Drohnenvorfälle und Desinformation zu den neuen Formen der Kriegsführung.
Die Schweiz müsse ihre Verteidigungsfähigkeit stärken und enger mit internationalen Partnern zusammenarbeiten.