feed.nau

Machtkampf Fifa gegen Uefa

Fifa wirft Uefa im Streit um Infantino eine Schmutzkampagne vor

Publiziert 28.07.2026, 05:04 Uhr Aktualisiert 04.09.2026, 09:52 Uhr

Im Streit um die WM-Investitionspläne von Gianni Infantino reichte die Uefa Gerichtsdokumente ein und forderte von der Fifa die Herausgabe von Beweisen.

389 Beiträge in der Diskussion

Streit um Projekt Fifa Forward

Der Vorwurf an Infantino lautet auf kriminelle Misswirtschaft im Zusammenhang mit dem lancierten Projekt «Fifa Forward Enterprise».

Mit einem Antrag bei einem US-Gericht verlangt die Fifa die Abweisung des Uefa-Antrags bis Ende Monat, da die Argumentation des europäischen Verbandes rechtliche Mängel aufweise.

So sei die Gründung der FFE nur ein Vorschlag gewesen, der nur mit mehrheitlicher Zustimmung der Mitgliedsverbände umgesetzt worden wäre.

«Anstatt sich an diesem demokratischen Prozess zu beteiligen, veröffentlichte die Uefa eine Pressemitteilung – den Beginn einer wochenlangen Verleumdungskampagne», so die Fifa in den Gerichtsdokumenten.

Laut der Fifa verfolge die Uefa wirtschaftliches Eigeninteresse.

Uefa bereitet Strafanzeige vor

Laut der britischen Presseagentur AP bereitet die Uefa vor einem Schweizer Gericht eine Strafanzeige gegen Infantino vor.

Am Donnerstag reichte sie bei einem Gericht in Manhattan Unterlagen ein, um Beweise gegen die New Yorker Investmentfirma Thrive Capital Management zu sichern.

Diese Firma soll laut Plänen rund 3,8 Milliarden Franken für einen 20-Prozent-Anteil an einer Fifa-Tochtergesellschaft zahlen, die kommerzielle Rechte einschliesslich WM-Rechte verwalten sollte.

Anwälte der Uefa werfen Infantino vor, er habe diesen Preis «betrügerisch ausserhalb des Marktes» zu seinem eigenen Vorteil gefördert.

Das geht aus einem 56-seitigen Dokument hervor, das der AP vorliegt.

Werbung

Boykott-Drohung vorerst zurückgezogen

Auslöser des Konflikts ist Infantinos Plan, die Weltmeisterschaft teilweise an Investoren zu verkaufen.

Das Vorhaben scheiterte und stiess besonders in Europa auf grosse Empörung.

Die Uefa drohte zeitweise mit einem Boykott sämtlicher von der Fifa organisierten Turniere, auch Weltmeisterschaften.

Gemäss «The Times» und «Sky News» scheint dieser Boykott vorerst vom Tisch, da die Uefa-Verbände an der U20-WM der Juniorinnen in Polen teilnehmen sollen.

Ein Protest gegen den Führungsstil des Präsidenten werde jedoch weiter diskutiert.

Pläne für WM-Alternative

Dem britischen «Guardian» zufolge diskutieren Uefa und Concacaf Pläne über ein alternatives Turnier zur WM in Form einer globalen Nations League mit allen 96 europäischen sowie nord-, mittelamerikanischen und karibischen Ländern.

Angedacht sei ein ähnlicher Modus wie bei der aktuellen Nations League mit verschiedenen Ligen.

Bereits 2028 könnte der neue Wettbewerb nach der EM starten.

Die Gespräche seien noch nicht weit fortgeschritten.

Aus der Diskussion
Infantino leidet unter derselben Krankheit wie Trump. Den Beiden ist nicht zu helfen!
User #1926 38 mal zugestimmt Mitreden

Kritik von Masters und Ceferin

Die Kritik an Infantino kommt aus verschiedenen Richtungen.

Premier-League-Chef Richard Masters sagte der «BBC», die Fifa habe mit der Idee, WM-Anteile an Investoren zu verkaufen, den «Selbstzerstörungsknopf» gedrückt.

Uefa-Präsident Aleksander Ceferin, einer der schärfsten Kritiker, kündigte im Podcast «The Rest is Politics» an, im März nicht für das Amt des Fifa-Präsidenten zu kandidieren.

Er sieht darin einen Vorteil: Seine «Glaubwürdigkeit weitaus grösser, wenn ich kein Interesse an diesem Posten habe».

Die Menschenrechtsorganisation «FairSquare» wendete sich mit einem Brief an drei Mitglieder des Governance-Komitees und macht geltend, Infantino dürfe wegen der Amtszeitbegrenzung gar nicht wiedergewählt werden.

Recherche Andrea Schüpbach, Christoph Böhlen, Keystone-SDA und 2 weitere 13 Quellen
Werbung