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Volkswagen in Deutschland

Volkswagen kündigt fast alle Tarifverträge

Publiziert 22.09.2026, 21:19 Uhr Aktualisiert 30.09.2026, 19:12 Uhr

Im Ringen um schärfere Sparmassnahmen hat der Autobauer Volkswagen nach einem Gespräch mit Arbeitnehmervertretern in Hannover einen Grossteil seiner Tarifverträge gekündigt.

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VW kündigt Tarifverträge

Volkswagen hat im Ringen um schärfere Sparmassnahmen einen Grossteil seiner Tarifverträge gekündigt, darunter auch den wichtigen Manteltarifvertrag.

Aus Sicht des Unternehmens seien verschiedene Regelungen in diesen Verträgen mit Blick auf den aktuellen Kostendruck anzupassen, teilte VW nach einem Gespräch mit Arbeitnehmervertretern in Hannover mit.

Ein Sprecher wollte sich zur genauen Zahl der gekündigten Verträge nicht äussern.

Der IG Metall zufolge handelt es sich um zehn.

Meiswinkel begründet mit Kostendruck

Das wirtschaftliche Umfeld hat sich nach Angaben des Personalvorstands der Marke Volkswagen, Arne Meiswinkel, für die Autoindustrie und damit auch für VW gravierend verschärft.

«Diese Marktveränderungen sind strukturell und tiefgreifend. Unter anderem drängen chinesische Hersteller mit günstigen Exporten nach Europa», teilte Meiswinkel mit.

Das erhöhe den Preis- und Wettbewerbsdruck enorm.

Um wettbewerbsfähiger zu werden, müssten die Massnahmen aus dem Zukunftsplan 2030 ihm zufolge schnell und konsequent umgesetzt werden.

Mit der fristgerechten Kündigung der Tarifverträge zum 31. Dezember 2026 will das Unternehmen einen Verhandlungsraum öffnen.

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Umfang der Verträge

Insgesamt besteht der VW-Haustarif im Kern aus rund einem Dutzend einzelnen Verträgen.

Der Manteltarifvertrag bündelt zahlreiche grundlegende Regelungen für die mehr als 100'000 Beschäftigten in Deutschland – auch die Arbeitszeit und Urlaubstage.

Der IG Metall zufolge regeln die anderen Verträge unter anderem Eingruppierung, Zulagen, Zusatzvergütungen sowie die Ausbildung.

Nicht betroffen ist der Zukunftstarifvertrag aus dem Jahr 2024 und die darin vereinbarte Beschäftigungssicherung bis Ende 2030.

Gewerkschaft kündigt Widerstand an

In der Tarifrunde vor zwei Jahren hatte VW nach Angaben der Arbeitnehmer deutlich weniger Tarifverträge gekündigt – und auch den Mantel unangetastet gelassen.

Erste Folgen könnten VW-Beschäftigte von Januar 2027 an spüren.

Gewerkschaft und Betriebsrat kündigten Widerstand an.

IG Metall fordert fünf Prozent

Zuvor hatte die IG Metall für die Beschäftigten von Volkswagen fünf Prozent mehr Geld gefordert.

Die Tarifkommission habe die Forderung einstimmig beschlossen, teilte die Gewerkschaft mit.

Das Plus soll auch für Auszubildende gelten, zusätzlich verlangt die IG Metall eine soziale Komponente zugunsten der unteren Entgeltgruppen.

Die Laufzeit soll zwölf Monate betragen.

Der Haustarifvertrag gilt nach Gewerkschaftsangaben für rund 130'000 VW-Beschäftigte in Braunschweig, Chemnitz, Dresden, Emden, Hannover, Kassel, Salzgitter, Wolfsburg und Zwickau.

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Gröger kritisiert Aktionärsausschüttungen

Niedersachsens IG-Metall-Bezirksleiter und VW-Verhandlungsführer Thorsten Gröger teilte mit: «Wir wissen, dass Volkswagen vor grossen Herausforderungen steht. Aber die Antwort darauf kann nicht lauten, die Beschäftigten gegen die Zukunft des Unternehmens auszuspielen.»

Die Beschäftigten hätten in den vergangenen Jahren bereits erhebliche Einschnitte getragen, zugleich habe Volkswagen Milliarden an seine Aktionäre ausgeschüttet.

Recherche Keystone-SDA 3 Quellen
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