Starlink über der Ukraine
Selenskyj: Satelliteninternet Starlink weiter gedrosselt
Das ukrainische Militär klagt seit Mitte der Woche über eine Geschwindigkeitsbegrenzung des für Drohnen wichtigen Satelliteninternets Starlink.
107 Beiträge in der Diskussion 48 heute · 80 StimmenSelenskyj spricht von geplanter Operation
Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte nach Medienberichten in Kiew, Tests in europäischen Ländern hätten ergeben, dass die Drosselung nur sein Land betreffe.
«Das heisst, es handelt sich um eine geplante Operation», folgerte er.
Die Satelliten der US-Firma SpaceX verfolgten nicht die Antennen auf Flugobjekten, die schneller als 161 Kilometer in der Stunde fliegen.
Dies behindert ukrainische Drohnen sowohl bei der Abwehr russischer Jetdrohnen als auch bei eigenen Angriffen auf mittlere Distanzen.
Tests mit Tempo 180 in
Zu den Tests sagte Selenskyj, man habe Autos in EU-Ländern mit einem Tempo von 180 Kilometern pro Stunde fahren lassen.
Deren Satellitenverbindung sei nicht abgerissen.
«Wir verfügen über entsprechende Aufzeichnungen und Beweise», sagte Selenskyj.
Wie aussagekräftig solche Tests sind, ist aber schwer abzuschätzen.
Zwischenzeitlich berichteten Medien in Kiew unter Berufung auf das ukrainische Militär, Starlink funktioniere wieder ohne Begrenzung.
US-Senatoren fordern Untersuchung
Die vorübergehende Drosselung sorgt im US-Senat für parteiübergreifende Kritik.
Neun Mitglieder des Auswärtigen Ausschusses – darunter vier Republikaner – fordern in einem Brief an den Generalinspekteur des Pentagons eine Untersuchung des Vorfalls.
Es müsse untersucht werden, ob US-Beamte der Unterbrechung von Starshield zugestimmt hätten oder vorab darüber informiert gewesen seien.
Die Senatoren verwiesen auch auf Auswirkungen auf eigene Staatsbürger und dringen auf eine Prüfung, ob US-Personal während russischer Angriffe Schutzräume erreichen konnte.
Bedeutung für ukrainische Drohnen
Die ukrainische Armee nutzt Starlink seit Beginn des Krieges, um Drohnen auch im russischen Hinterland zu lenken, deren Videobilder nahezu in Echtzeit übertragen werden.
Hinzu kommen Aufklärungsdaten westlicher Verbündeter, die auch Positionen der russischen Flugabwehr und mögliche Umgehungsrouten umfassen.
Laut einem Bericht hätten Fluggeräte ab 160 Kilometern pro Stunde die Verbindung verloren, nach anderen Angaben schon früher.
Das Umfeld Selenskyjs hatte dem Betreiber vorgeworfen, die Dienste auf eine Geschwindigkeit von 160 Kilometern pro Stunde begrenzt zu haben; Präsidentenberater Serhij Beskrestnow führte das Limit auf die «aktuelle politische Situation» zurück.
Aus der DiskussionEgal was der Senat will, egal was alle wollen, der Trump macht letztendlich was er will! Ein fragwürdiges Politsystem dort drüben, mit einem Trump an der Spitze!User #6453 23 mal zugestimmt Mitreden
Trump nähert sich Moskau an
Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als viereinhalb Jahren gegen eine grossangelegte russische Invasion.
Die US-Führung von Präsident Donald Trump versteht sich nicht mehr als Unterstützer der Ukraine, sondern als Vermittler.
In mehreren Schritten der vergangenen Woche ist Trump aber Moskau entgegengekommen und hat den Druck auf Kiew verstärkt.