Suizidprävention im Kanton Bern
Kanton Bern muss Suizidpräventionsstrategie in Angriff nehmen
Der Grosse Rat hat am Dienstag einen Vorstoss von Valentina Achermann (SP) zur Suizidprävention überwiesen – auf Antrag der Regierung in der abgeschwächten Form eines Postulats.
5 Beiträge in der Diskussion 5 heute · 5 StimmenGrosser Rat überweist Postulat
Der Berner Regierungsrat muss einen Expertenbericht zur Suizidprävention in Auftrag geben.
Der Grosse Rat überwies am Dienstag einen breit abgestützten Vorstoss von Valentina Achermann (SP) einstimmig – auf Antrag der Regierung aber in der abgeschwächten Form eines Postulats.
Der Rat war sich über den Handlungsbedarf einig.
«Jeder Suizid und jeder Suizidversuch ist einer zu viel», sagte Sarah Gabi Schönenberger (SP).
Inhalt des Expertenberichts
Der Expertenbericht soll die bestehenden Massnahmen analysieren, Defizite aufzeigen und Vorschläge für das weitere Vorgehen machen.
Auf dieser Grundlage soll die Regierung dann eine Gesamtstrategie prüfen.
Linke kritisiert Abschwächung
In der ursprünglichen Form einer Motion hatten die Mitvorstösserinnen und Mitvorstösser direkt eine Gesamtstrategie gefordert, die bestehende Versorgungslücken analysiert und sogleich schliesst.
SP, Grüne, GLP und EVP argumentierten gegen die Abschwächung.
«Lücken nur auf dem Papier festzuhalten, hilft den Angehörigen nicht weiter», sagte Simone Leuenberger (EVP).
Bürgerliche folgen Regierung
Die bürgerliche Ratsmehrheit stellte sich auf die Seite der Regierung.
Bevor neue Mittel geschaffen werden, brauche es «eine gute Grundlage und eine ehrliche Analyse», sagte Christa Krähenbühl (SVP) mit Verweis auf die bestehenden Angebote.
Aus der DiskussionJedem seine eigene Entscheidung, da hat keine Regierung mit zu bestimmen, egal vom welcher Partei!User #7193 4 mal zugestimmt Mitreden
Parlament fordert Monitoring
Ein regelmässiges und anonymisiertes Monitoring von Suiziden und Suizidversuchen gab das Parlament mit 77 Ja- zu 63 Nein-Stimmen bei vier Enthaltungen als Postulat in Auftrag – mit den Stimmen von EDU-Mitgliedern.
Die Regierung hatte die Statistik gänzlich abgelehnt, weil es an einer nationalen Datengrundlage fehlt.