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Streit um Lake Ontario

Auch Apple folgt Trumps Umbenennung in «Lake America»

Publiziert 18.08.2026, 17:45 Uhr Aktualisiert 02.09.2026, 07:53 Uhr

US-Präsident Donald Trump hatte den Lake Ontario an der Grenze zu Kanada im Zollkonflikt per Vorgabe in «Lake America» umbenannt.

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Apple übernimmt neuen Namen

Nach dem Internetriesen Google hat auch Apple den Lake Ontario in seiner Karten-App in «Lake America» umgetauft und damit eine Vorgabe von US-Präsident Donald Trump übernommen.

Wer in den USA auf Apple Karten nach dem Lake Ontario sucht, wird zu dem See an der Grenze zu Kanada geführt, wo nun der neue Name «Lake America» steht.

Anzeige je nach Land unterschiedlich

Der Wechsel betrifft nur Apple-Nutzer in den USA, während in Kanada weiterhin der Name Lake Ontario angezeigt wird, wie der kanadische Sender CBC berichtete.

Deutschen Nutzern wird die Bezeichnung Ontariosee angezeigt.

Eine ähnliche Regelung hatte Google für seine Maps-Funktion getroffen, wo der neue Name seit einigen Tagen angezeigt wird; in Deutschland sind bei Google Maps beide Namen zu sehen.

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Trump verfügt Umbenennung im Oval

Trump hatte die Umbenennung am Donnerstag verfügt.

Die Verfügung gilt für das offizielle US-Verzeichnis geografischer Namen.

Trump unterzeichnete die Anordnung im Oval Office vor laufenden Kameras.

Der Lake Ontario ist einer der sogenannten fünf Grossen Seen, von denen vier durch die Grenze zwischen den USA und Kanada geteilt werden.

Der See liegt zwischen der kanadischen Provinz Ontario und dem US-Bundesstaat New York und gehört mit rund 19'000 Quadratkilometern zu den fünf Grossen Seen Nordamerikas.

Umbenennung als Machtdemonstration

Trump nutzt Umbenennungen in seiner zweiten Amtszeit häufiger als symbolisches Mittel der Machtdemonstration.

Im konkreten Fall richtet sich sein Ärger gegen Kanada, weil die Regierung des Landes im Zollstreit mit den Vereinigten Staaten nicht einlenken will.

Trump verknüpfte den Schritt mit einem wirtschaftlichen Aspekt und erklärte, die USA rechneten nicht mehr damit, nennenswerte Geschäfte mit Ontario zu tätigen.

Kanadas bevölkerungsreichste Provinz ist wirtschaftlich eng mit den USA verflochten.

Aus der Diskussion
wie wärs wenn niemand mehr Geschäfte macht mit den USA????
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Kanada weist Namen zurück

Kanada lehnt die Umbenennung ab.

Premierminister Mark Carney hält an der bisherigen Bezeichnung Ontariosee fest; der Name sei mehr als 400 Jahre alt und damit älter als Kanada und die Vereinigten Staaten, und Carney verwies zudem auf die indigene Herkunft des Namens.

Der Regierungschef der Provinz Ontario, Doug Ford, posierte in einem auf X veröffentlichten Video im roten Trikot der kanadischen Fussball-Nationalmannschaft vor einem am Seeufer aufgestellten blauen Schild mit der Aufschrift «Lake Ontario – Now and Always».

Trump selbst veröffentlichte auf seinen Social-Media-Kanälen mehrere offensichtlich KI-generierte Videos.

Zollstreit eskaliert

Die Verhandlungen zwischen den USA und Kanada waren zuvor gescheitert.

Die USA verhängten Zölle von 50 Prozent auf kanadische Waren, darunter Wein und Hockeyschläger.

Kanada kündigte Gegenzölle in gleicher Höhe an: Mit Wirkung vom 8. September werden Zölle im Wert von 27,6 Milliarden Dollar erhoben, wie der kanadische Finanzminister François-Philippe Champagne mitteilte.

Der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer bestätigte das Scheitern der Verhandlungen und erklärte, Kanada habe es abgelehnt, das Abkommen zu den vereinbarten Bedingungen abzuschliessen.

Vorbild Golf von Amerika

Bereits im vergangenen Jahr war Google ähnlich vorgegangen, indem US-Nutzern von Google Maps nach einem Vorstoss Trumps die zuvor als Golf von Mexiko bekannte Meeresbucht fortan als «Golf von Amerika» angezeigt wurde.

Auch Apple folgte damals der Umbenennung.

Golf von Mexiko war zuvor die seit dem 16. Jahrhundert gebräuchliche Bezeichnung.

Recherche Fabienne Endras, Keystone-SDA, Maja Bojic, Simon Binz 18 Quellen
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