Ernährungsinitiative in der Schweiz
Schweiz lehnt Ernährungsinitiative mit 72,5 Prozent ab
Die Ernährungsinitiative wollte mit pflanzlichen Lebensmitteln den Selbstversorgungsgrad in der Schweiz erhöhen.
244 Beiträge in der DiskussionInitiative scheitert klar
Die Ernährungsinitiative ist am 27. September 2026 klar gescheitert.
72,5 Prozent der Stimmenden lehnten die Vorlage ab, und sie scheiterte zudem am Ständemehr.
Die Initiative trug den Titel «Für eine sichere Ernährung – durch Stärkung einer nachhaltigen inländischen Produktion, mehr pflanzliche Lebensmittel und sauberes Trinkwasser».
Pult kritisiert Nein-Kampagne
SP-Vizepräsident Jon Pult bezeichnete die Warnung der Gegnerschaft vor einem «Vegan-Zwang» als «leider wirksame, aber falsche Kampagne eines Teils der Gegnerinnen und Gegner».
Die Initiative habe ein grundsätzlich berechtigtes Anliegen angesprochen, wäre aber nicht realistisch umzusetzen gewesen und hätte Probleme mit sich gebracht.
Pult lobte Initiantin Franziska Herren, die praktisch im Alleingang für die Initiative gekämpft habe.
«Daher ist es durchaus ein respektabler Tag für die Initiative.»
Das Stimmvolk habe vernünftig entschieden, während er die schrille Nein-Kampagne weniger vernünftig fand.
Ritter überrascht vom klaren Nein
Der Bauernverband zeigte sich positiv überrascht.
«Das Nein ist höher ausgefallen, als wir erwartet haben, auch als die Umfragen», sagte Präsident und Mitte-Nationalrat Markus Ritter.
Er machte die Widersprüchlichkeit der Initiative für das klare Nein verantwortlich, zudem seien die Ziele utopisch gewesen.
Einen Nettoselbstversorgungsgrad von 70 Prozent habe die Schweiz zuletzt im Zweiten Weltkrieg gehabt.
Heute betrage der Selbstversorgungsgrad zwischen 42 und 46 Prozent, ein Wert zwischen 50 und 55 Prozent wäre laut Ritter zufriedenstellend.
Thurgau lehnt beide Vorlagen ab
Auch die Neutralitätsinitiative wurde am selben Tag abgelehnt.
Im Kanton Thurgau fiel die Neutralitätsinitiative mit 64,4 Prozent Nein-Stimmen durch, die Ernährungsinitiative mit 75,7 Prozent.
65'435 Thurgauerinnen und Thurgauer sagten Nein zur Ernährungsinitiative, 20'958 legten ein Ja in die Urne.
Aus der DiskussionZuerst von 12 mio Einwohnern träumen, dann wegen fehlender Ernährungssicherheit herumraunen. Muss man das ernst nehmen?User #2315 29 mal zugestimmt Mitreden
Deutliche Nein-Anteile in Gemeinden
In mehreren Aargauer und St. Galler Gemeinden fiel das Nein zur Ernährungsinitiative ebenfalls deutlich aus.
In Remetschwil AG lehnten 79,59 Prozent die Vorlage ab, in Obermumpf AG 77,22 Prozent, in Balgach SG 75,74 Prozent, in Hausen AG 77,69 Prozent, in Murgenthal AG 79,38 Prozent und in Oberlunkhofen AG 75,75 Prozent.
Die Neutralitätsinitiative wurde in diesen Gemeinden ebenfalls verworfen.