Grüne Kanton Luzern
Grüne Luzern nominieren Estermann für den Regierungsrat
Die Grünen des Kantons Luzern wollen mit Kantonsrätin Rahel Estermann in die Regierung einziehen; die Wahlen finden am 21. März 2027 statt.
6 Beiträge in der Diskussion 6 heute · 5 StimmenEstermann einstimmig nominiert
Die Grünen des Kantons Luzern haben Kantonsrätin Rahel Estermann als Regierungsratskandidatin nominiert.
Die Versammlung folgte damit dem Vorschlag des Parteivorstands.
Laut Quelle [7] erfolgte die Nomination einstimmig.
«Ich will jetzt einen Unterschied in der Regierung machen», sagt Estermann.
Co-Präsident Raoul Niederberger bezeichnete sie als kompetente Kandidatin.
Profil und Anliegen der Kandidatin
Estermann ist 39 Jahre alt, wohnt in der Stadt Luzern und ist seit 2018 Mitglied des Kantonsparlaments.
Sie ist Co-Geschäftsleiterin der Organisation Digitale Gesellschaft und war Generalsekretärin der Grünen Schweiz.
Im Regierungsrat will sie sich für sichere Velowege, Platz für den öffentlichen Verkehr und Fussgängerinnen und Fussgänger sowie gegen steigende Mieten einsetzen.
Zudem forderte sie Massnahmen gegen den Gleichstellungs-Backlash im Netz und warnte, Deepfakes oder Smart Glasses dürften nicht zu mehr sexualisierter Gewalt führen.
Zusammensetzung des Regierungsrats
Dem Luzerner Regierungsrat gehören derzeit Reto Wyss (Mitte), Michaela Tschuor (Mitte), Armin Hartmann (SVP), Fabian Peter (FDP) und Ylfete Fanaj (SP) an.
Bis auf Wyss wollen alle weitermachen.
Die Wahlen finden am 21. März 2027 statt.
Nein zur Standortförderung
An der Mitgliederversammlung fassten die Grünen zudem mehrere Parolen.
Sie lehnen die Weiterentwicklung der Standortförderung einstimmig ab, weil ein grosser Teil der 250 Millionen zurück an Grosskonzerne fliesse.
Durch die Einführung der OECD-Mindeststeuer erhält der Kanton Luzern jährlich rund 250 Millionen neue Steuereinnahmen.
Fraktionspräsident Samuel Zbinden forderte, statt Grosskonzerne zu subventionieren solle in Klima- und Hitzeschutz, bezahlbaren Wohnraum, nachhaltige Mobilität und Gleichstellung investiert werden.
Stimmfreigabe beim Ladenschlussgesetz
Bei der Revision des Ladenschlussgesetzes beschlossen die Grünen die Stimmfreigabe.
Sie unterstützen eine pragmatische Lösung für unbediente Hofläden, sehen aber die Erweiterung auf Selbstbedienungsläden ausserhalb der Landwirtschaft sowie auf Shops mit E-Ladestationen kritisch, weil dies zu mehr Nacht- und Sonntagsarbeit führe.
Stimmfreigabe zur Ernährungsinitiative
Zur Ernährungsinitiative beschlossen die Grünen ebenfalls die Stimmfreigabe.
Sie unterstützen deren Ziele wie die Erhaltung der Ökosysteme und der Biodiversität, kritisieren aber den geforderten Netto-Selbstversorgungsgrad von mindestens 70 Prozent, der aktuell bei 42 Prozent liegt.
Dieser könnte einen höheren Einsatz von Düngemittel und Pestiziden rechtfertigen sowie zu mehr Einkaufstourismus führen.
Nein zur Fan-Gewalt-Initiative
Die Grünen empfehlen ein Nein zur Fan-Gewalt-Initiative der Mitte und ein Ja zum Gegenvorschlag.
Sie setzen auf Prävention statt Repression und verweisen auf den «Luzerner Weg» mit strengeren Auflagen für Risikospiele, verbindlicher Verantwortung der Klubs und sicheren Fanreisen.
Der Luzerner Regierungsrat lehnt die Initiative ebenfalls ab und setzt auf seinen Gegenentwurf; abgestimmt wird am 27. September 2026. Die Initiative wurde vom Kantonsrat als teilweise ungültig erklärt, weil sie zum Teil gegen höheres Recht verstösst.
Nein zur Neutralitätsinitiative
Zur Neutralitätsinitiative beschlossen die Grünen die Nein-Parole.
Bereits der Vorstand hatte die Ablehnung vor der Mitgliederversammlung entschieden.
Nach Angaben der Partei zwingt die Initiative die Schweiz, die Sanktionen gegen Russland aufzuheben.